TANJA VALÉRIEN - GESPRÄCHE ÜBER WANDLUNG

TANJA VALÉRIEN - GESPRÄCHE ÜBER WANDLUNG

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:02: Eine Erkenntnis, die ich dann irgendwann hatte.

00:00:04: Das ist mein Beruf.

00:00:06: Ich sage jetzt mal schon auch Beziehungsgiftes.

00:00:10: So richtig tief habe ich meinen Vater nie kennengelernt und das ist vorbei.

00:00:16: Dass mein Sohn auf die Welt gekommen ist und die jetzt zwanzig Jahre zählen für mich zum Schönsten was ich in meinem Leben erlebt hab.

00:00:23: So gar nicht Filme mache.

00:00:25: Manchmal hat man ja auch Glück im Leben.

00:00:28: Ich begrüße Sie herzlich zu einer neuen Folge meines Podcasts Tanja Valerien, Gespräche über Wandlung.

00:00:35: Heute bin ich zu Gast bei dem Regisseur und Drehbuchautor Markus O. Rosenmüller in seinem Zuhause am Tegernsee.

00:00:42: Hallo lieber Markus!

00:00:44: Hallo liebe Tanja, freue mich sehr dass du da bist.

00:00:47: Du bist neunzehntundsechzig in Duisburg geboren, Sternzeichenfische wie ich.

00:00:52: In neunzentatviernvierzig schwanger wurde.

00:00:55: also von diesem Verhältnis Erfuhr sie zur gleichen Zeit, dass ihr Ehemann doch nicht tot sei.

00:01:02: Sondern auf dem Weg nach Hause.

00:01:05: Aus Scham versuchte sie mit einer Stricknadel den Fötus zu töten und starb dabei.

00:01:11: Der Vater deines Vaters ertrank während seiner Rückkehr aus Russland in einem Fluss.

00:01:19: So wuchsten dein Vater und seine Schwester bei den Großeltern mütterlicherseits in Duisburg auf.

00:01:25: Er wurde KFZ-Mechaniker, dann Tankstellenwärter und betrieb später eine eigene Tankstelle.

00:01:33: In den Neunzehnhunderten und fünfzig lernte er seine siebzehnjährige kleine zarte Mutter auf einer Party kennen.

00:01:41: Sie kam aus einer eher konservativen Familie mit eigenem Elektrogeschäft in Duisburg.

00:01:47: Und bereits ein Jahr später, neunzehntundsechzig heirateten die beiden

00:01:52: gegen

00:01:52: den Willen ihrer Eltern.

00:01:54: Aber deine Mutter, Jahrgang forty-two war sehr rebellisch.

00:01:59: Und so kam alles wie sie sich das in den Kopf setzte und sie wurde mit zwanzig Schwanger, mit einundzwanzig heirateten die beiden und dein Vater betrieb dann eine eigene Tankstelle.

00:02:11: Deine Mutter arbeitete halbtags bei ihrem Vater im Elektrogeschäft und auch ihr Vater.

00:02:18: Das ist interessant.

00:02:20: Schien lange verschollen und kehrte erst sieben Jahre nach Kriegsende, aus Russischer Gefangenschaft zurück.

00:02:29: Und als er eines Tages an der Haustür klingelte und sie ihm im Alter von zehn Jahren die Tür öffnete, hatte sie ganz viel Angst vor diesem fremden Mann den sie ja nicht kannte und noch nie kennenlernte.

00:02:42: Der ganz dünn war und er war da ganz unheimlich weil das so dürr war.

00:02:46: Wahrscheinlich

00:02:46: hat es auch deshalb die Fotos wiedererkannt.

00:02:50: Das Verhältnis deiner Mutter zu ihren Eltern war leider nie sehr herzlich.

00:02:56: In dieser Familie gab es nicht so viel Wärme, nicht so viele Empathie und deine beiden Eltern starben zwanzig vierundzwanzig also im gleichen Jahr.

00:03:08: Hast du denn jederüber nachgedacht über das Schicksal deiner Eltern ein Film zu machen?

00:03:15: Denn das ist ja wirklich eine... Sehr besondere Geschichte.

00:03:21: Die ist allerdings besonders und gerade das von meinem Vater und dieser Tragödie mit seiner Mutter, ich sag's mal so natürlich ist es eigentlich wirklich ein Filmstoff.

00:03:33: Ich befürchte dass mehrfach in Deutschland passiert ist oder vielleicht auch in anderen Ländern im Rahmen von solchen Kriegsgeschehnissen zu solchen Situationen kam.

00:03:47: Also so gesehen wäre jetzt auch eine Geschichte, die durchaus universell ist.

00:03:51: Weil sie eben das was Kriege aus Menschen machen auch irgendwie beschreibt auf ne sehr persönliche und sehr emotionale Weise.

00:04:01: Interessant ist dass ich gar nicht so viel Zeit hatte darüber nachzudenken ob da gerade diese dramatische Episode wirklich auch für ein Film geeignet wäre weil mein Vater mir sie tatsächlich erst erzählt hat, naja drei Jahre vier Jahre vor seinem Tod.

00:04:21: Ich wusste das nicht.

00:04:23: und als ich dann meinen Vater, wo er schon selber weit über achtzig war in seiner Wohnung besucht habe im Mühlheim an der Ruhr was ne Nähe von Duisburg ist dort lebte er bis zu seinem Tod.

00:04:38: Und da hat er gesagt, weißt du eigentlich was mit deiner Großmutter, die du nie kennengelernt hast?

00:04:45: Meiner Mutter.

00:04:46: Was mit der eigentlich passiert ist?

00:04:47: und ich so nehte, was nur mir immer erzählt.

00:04:51: Die sei ganz kurz nach meinem Großvater so sein – die Kurs hintereinander gestorben!

00:04:58: mehr wusste ich nicht.

00:04:59: Also die Geschichte mit, dass er ertrunken war auf der Rückkehr aus Russland das wusste aber was?

00:05:05: Das hieß immer nur ja die ist gestorben so und da hat er mir zum ersten mal überhaupt diese Tragödie erzählt und dadurch ist es eigentlich noch relativ frisch, dass sich das überhaupt weiß.

00:05:22: Und ich glaube ganz ehrlich, ja das Leben meiner Eltern zu verfümen.

00:05:28: Ich glaub dafür bräuchte es noch ein bisschen Abstand.

00:05:32: Also dafür sind sie noch für mich zu lebendig.

00:05:35: Sie sind jetzt seit anderthalb Jahren Todbeide und ich glaube ich bräuche noch mehr Abstand und dann könnte man vielleicht drüber nachdenken.

00:05:44: Interessant dass du das sagst weil mein Vater ist zwölf gestorben.

00:05:49: Er hatte auch mal angefangen, ein Buch zu schreiben.

00:05:52: Und er hatte auch immer seiner Mutter, die gestorben war als er erst schon zwölf oder dreizehn war ... Hatte so Briefe geschrieben in den Himmel sozusagen aber physisch und hat das irgendwie alles uns hinterlassen.

00:06:12: also diese Buchaufzeichnung, diese Briefer Die liegen bei mir wirklich seit Jahrzehnt zwölf in einer schönen Ledermappe.

00:06:24: In meinem Regal und irgendwie würde ich fast sagen, Ich trau mich nicht sie zu lesen weil ich war irgendwie noch nicht bereit

00:06:35: bin.

00:06:36: Also meine Mutter sagt dann immer jetzt lest du es doch mal das ganz toll und so Und meine Tochter hat schon gelesen aber ich kann es irgendwie wie noch nicht.

00:06:45: Deshalb kann ich dich gut

00:06:46: verstehen.".

00:06:48: Als du drei Jahre alt warst, verliebte sich deine Mami in ein neun Mann einen selbstständigen Unternehmensberater der Karl-Heinz hieß aber alle nannten ihn Nölle?

00:07:01: Er war genau das Gegenteil von deinem Vater.

00:07:04: Seine Erscheinung war wie eine Urgewalt.

00:07:07: er war extrem sportlich spielte drei Instrumente sangen Und war aber auch verheiratet mit vier Kindern.

00:07:17: In einer Nacht- und Nebelaktion verlies er seine Familie, holte dann dich und deine Mutter in Duisburg aus eurem Haus heraus also fast wie so eine Entführung und ist mit euch erst mal nur mit dem Notwendigsten ausgestattet Vorort von Saarbrücken, wo er ins Hotel erst mal ist.

00:07:41: Dann hat der da ein Haus für euch gemietet und dann bist du auch in Kindergarten gekommen und hast bis zu deinem sechsten Lebensjahr auch gelebt.

00:07:51: Also Entschuldige bitte das ist ja auch wieder eine total filmreife Geschichte.

00:07:56: also ich könnte dir die gleiche Frage von vorhin noch mal stellen aber ich stelle dir eine andere nämlich Wie erging es denn in diesem Szenario deines Vaters?

00:08:08: Schließlich brannte ja seine Frau ohne Vorwarnung mit einem anderen durch und zum Allemübel wurde auch noch sein Sohn regelrecht entführt.

00:08:20: Oder

00:08:21: war das für dich ... Du warst doch sehr klein, aber auch im All deiner Jugend und in deiner Kindheit war das vielleicht auch nie ein Thema!

00:08:33: Natürlich hat das bei meinem leiblichen Vater und auch der Familie meiner Mutter erst mal für Riesenempörung gesorgt.

00:08:41: Also meine Mutter war da schon so ein bisschen dann des schwarze Schaf, die er so ... alle haben wirklich den Kopf geschüttelt wie sie das nur tun konnte aber mein Vater und das muss ich ihm wirklich hoch anrechnen vermieden daraus einen Krieg mit meiner Mutter loszutreten, also auch was sorgerecht und so weiter angeht.

00:09:07: Weil ich habe später mit ihm darüber geredet.

00:09:10: er sagte er wollte nicht dass ich leide.

00:09:12: Er wollte nicht.

00:09:13: das sozusagen.

00:09:14: der bin der dadurch irgendwie belastet wird und hat wirklich eigentlich auf all diese Ansprüche wenn man so will, verzichtet damit ich eine harmonische und schöne Kindheit habe.

00:09:29: Also so hat er es ausgedrückt und ich sage mal so, ich glaube ihm das sogar oder hab's ihm geglaubt weil er ist ein bisschen konfliktscheu gewesen.

00:09:41: ja schon immer ich glaub dass habe ich von ihm auch so ein bisschen übernommen.

00:09:45: Ich bin vielleicht

00:09:47: auch beim Sternzeichen.

00:09:49: Also ich weiche Konflikten nicht aus, aber ich bin nicht jemand der die bis aufs Blut durchkämpfen muss weil das liegt einfach nicht in meiner Natur und es lag eben nicht mit der Natur meines Vaters.

00:10:05: Und ja, und er hat glaub ich wirklich aus so einer Haltung heraus es dann unterlassen da irgendwie dagegen vorzugehen.

00:10:18: Weil wenn er das gerichtlich durchgesetzt hätte, hätte meine Mutter unter Umständen schlechte Karten gehabt.

00:10:23: Ja aber hast du ihn denn dann wenigstens regelmäßig besucht?

00:10:27: Also man muss auch sagen dass meine Mutter nie wirklich nie ein böses Wort über meinen Vater gesagt hat, mir gegenüber.

00:10:34: Also sehr gesagt das was zwischen dem Dieter und mir vorgefallen ist und was dazu geführt hat dass ich mich von ihm getrennt habe und so das ist unsere Sache.

00:10:43: aber das soll nicht dein Verhältnis zu deinem Vater in irgendeiner Weise beeinflussen oder trüben und hat wirklich nie etwas Böses gesagt und hat immer dafür gesorgt dass regelmäßig es Möglichkeiten gab die sich gesehen haben.

00:10:58: Also entweder kam er hier an den Tegernsee, als wir dann an den Tigernsee gezogen waren und hat mit mir das Wochenende verbracht.

00:11:04: Sind in irgendein Hotel gegangen oder so... Oder ich habe ihn eben in Duisburg besucht.

00:11:11: Regelmäßig heißt es dreimal im Jahr.

00:11:14: Drei mal im Jahr ein Wochenende.

00:11:16: Viel mehr war's auch nicht!

00:11:18: Also immerhin waren ... Du

00:11:19: warst jetzt nicht mehr im Zug jedes zweite Wochenende, wie so ein halbes kleines mit einem

00:11:25: Zettel um Hals?

00:11:26: Nein.

00:11:27: Das war nicht so das ich jetzt sozusagen bei meinem Vater auch einen Kinderzimmer hatte oder so überhaupt nicht.

00:11:34: Wenn ich meinen Vater sah hat er dann auch immer irgendwas Besonderes gemacht.

00:11:38: wir sind dann irgendwo hingefahren und haben irgendwelche... Mein Vater war zum Beispiel begeisterter der selber Autorennen gefahren.

00:11:47: Dann ist er mit mir zum Formel I Rennen gefahren.

00:11:50: Ich fand das super natürlich, mein Vater der Auto-Rennfahrer ... Das war eigentlich so die Zeit, wie ich meinen Vater erlebt habe als jemand, der mir kleine schöne Ferienaufenthalte ermöglichte.

00:12:03: Und wie ging es denn dir inmitten dieser unverhofften Lebenswandelung?

00:12:09: Klar du kannst dich nicht mehr dran erinnern, als du drei Jahre alt warst aber du hast ja irgendwann mal verstanden deine Mami jetzt einen anderen Mann hat, also nicht dein Vater.

00:12:21: Und dass du den vielleicht auch wie du schon sagst nur dreimal im Jahr siehst, deinen Papi ... War da irgendwas für dich wo du sagst, da hättest du darunter gelitten?

00:12:32: Also ehrlich gesagt überhaupt nicht!

00:12:34: Ich sage ganz ehrlich als Kind ist man ja wahrscheinlich dann doch ein bisschen naiv.

00:12:39: aber ich hab eigentlich die Situation durchaus genossen.

00:12:42: Ich habe dann auch zu meinen Freunden gedacht, also ich hab zwei Väter.

00:12:47: Wo meine Mutter dann, das kann ich mir noch dran erinnern und sagt dem Markus sagt es nicht so.

00:12:51: Das klingt irgendwie komisch.

00:12:53: Wie stehe ich denn da?

00:12:54: Wenn du sagst Ich hab zwei Väter Kannste das irgendwie anders formulieren?

00:12:58: bitte Nein, aber ich fand diese Situation ganz ehrlich fast schon luxuriös.

00:13:07: Weil ich konnte mal mit dem Zeit verbringen und beide wie du gesagt hast waren ja in ihrem Charakter und ihrer Art sehr unterschiedlich.

00:13:19: Und das war für mich, ich sag's mal ganz offen durchaus unterhaltsam, mich mit ihm oder mit dem anderen irgendwie Zeit zu verbringen.

00:13:29: vielleicht auch erst sehr viel später Mitleid mit deinem Vater gehabt.

00:13:35: Oder mit Gefühl zumindest?

00:13:39: Ja, ja... Das kam dann später auf als ich in einem Alter war wo ich das auch besser einschätzen konnte und ich habe es daran gemerkt dass mein Vater sich dann so ein bisschen Wie soll ich sagen, so entwickelt hat zu einem ... Das ist ein altmodischer Begriff.

00:14:04: Den kennt man gar nicht mehr.

00:14:05: zum Playboy.

00:14:07: Also von seinem ganzen Erscheinungsbild.

00:14:10: Wenn ich heute Fotos sehe meines Vaters aus der Zeit... Da hab' ich mir das Gefühl, es sieht aus wie Gunther Sachs für Arme mit weißer Jeans und Rolex-Uhr und Goldkette Brauchnabel offen und so, einen schnellen Sportwagen.

00:14:28: Und auch sein ganzes Apartement in Duisburg sah aus wie im Film mit einem runden Bett und so.

00:14:38: Ich glaube es war sogar ein Spiegel an der Decke.

00:14:40: Irgendwie so ein bisschen.

00:14:42: Mein Vater hat durchaus das Leben genossen ist viel durch die Gegend gereist und hat wahrscheinlich eine Affäre nach der anderen gehabt.

00:14:51: Also das weiß ich jetzt nicht genau, aber ich vermute es mal.

00:14:56: Und ich würde nicht sagen, dass es Mitleid war,

00:15:00: aber ...

00:15:02: Ich hab sehr wohl gemerkt, dass mein Vater da sage ich mal jetzt nicht was Beziehungen und so was angeht zu Ruhe gekommen war.

00:15:14: Die Trennung von meiner Mutter hat eher dazu geführt okay dann Dann betäube ich mich jetzt mit vielen Affären und Reise durch die Welt.

00:15:24: Und lernt Frauen kennen oder was weiß ich, so eher?

00:15:27: Also ist es nicht so dass er dann auch sofort eine Frau fand oder wollte?

00:15:34: Ich glaube der hätte sich schon finden können aber er wollte das dann auch nicht.

00:15:37: Er hat dann ein bisschen diesen Weg eingeschlagen.

00:15:41: Das ist mir schon aufgefallen damals.

00:15:44: Und damit es uns höherer nicht langweilig wird, geht das gleich mit einer spannenden Geschichte aus deinem Leben weiter.

00:15:52: Nämlich als du sechs Jahre alt warst gab es zum Halbjahreszeugnis deiner ersten Klasse eine Woche Schulferien und deine Mutter und Nölle standen zu deiner Überraschung schon mit gepacktem Auto vor dem Schultor und erzählten dir sie fahren jetzt direkt in den Urlaub nach Süddeutschland.

00:16:12: Das war aber das letzte Mal, dass du den Ort Bus, wo du gelebt hattest.

00:16:18: Also deine Schule, dein Zuhause, deine Freunde überhaupt gesehen hast!

00:16:23: Denn diese Reise war eigentlich ein getarnter Umzug an den Tegernsee.

00:16:29: Nölle hatte nämlich dort einen großen langwierigen Auftrag für ein Sanierungsfall angenommen und mit deiner Mutter hinter deinem Rücken entschieden, dass sie doch dort irgendwie beide ganz gerne leben würden.

00:16:43: Auch weil Nöller ein begeisterter Skifahrer und Schwimmer war also ein Naturmensch durch-unddurch.

00:16:49: Ja dann seid ihr erst mal in einer Hotel gezogen Aber deine Patente, selbstbewusste und äußerst organisierte Mutter fand schnell eine passende Wohnung für euch.

00:17:00: Währenddessen Nölle schon gleich auf der Schiebpiste war – das hat er dann irgendwie so ein bisschen überlassen – und so bist du, in den ersten Klassen im zweiten Halbjahre, auf eine bayerische Grundschule in Rottach-Egern gekommen?

00:17:17: Also ... Schon das zweite Mal wurdest du von deiner Mutter und ihrem Lebenspartner vor verendete Tatsachen gestellt.

00:17:25: Hat dich das Verhalten der Mutter in irgendeiner Form traumatisiert oder eher gestärkt?

00:17:35: Was hat denn diese plötzliche Wandlung mit dir gemacht, also wo steckt da jetzt ein Teil von dir drinnen, wer du heute

00:17:46: bist?!

00:17:47: Ich glaube, die Zeit hat mich schon geprägt.

00:17:50: Ja das möchte ich schon sagen aber eher ja wenn ich da jetzt so zurückblicke eigentlich positiv geprägte dass ich kein Problem habe mit neuen Lebenssituationen und dass auch dazu Lust habe.

00:18:06: also ich glaube es ist damals der sozusagen der Grundstein für gelegt worden dass das Leben immer eine Reise ist und neue Herausforderungen spannend sind.

00:18:23: Ich kann mich da nicht dran erinnern, dass ich gesagt habe, ich will jetzt aber zurück in Saarland und ich will zu meinen Freunden ... Nö!

00:18:33: Das war neu, interessant, spannend hier und dadurch auch schnell eingelebt.

00:18:40: Und ich glaube tatsächlich hat es mich geprägt, dass ich mit neun auch unvorhergesehenen Situationen eigentlich immer ganz gut klargekommen bin und auch kein Problem damit habe Lebensabschnitte dann auch abzuschließen.

00:18:58: Also das jetzt mal wenn ich das so weiter denke... Das gab es dann nämlich schon ein paar Mal in meinem Leben, dass solche Situationen so waren.

00:19:07: Dass man sagt okay hier ist jetzt einen Schritt, geht man den Schritt zurück oder nach vorne mit Blick nach vorne und das habe ich dann eigentlich immer so gemacht, dass der Blick nach vorn ist und nicht der Blick zurück.

00:19:21: Und ich glaube da war sozusagen die Basis damals schon.

00:19:26: Schurschock in dieser bayerischen Schule, wo es damals, neunzehntundhundertsiebzig sich ja noch nicht so viele Zugereiste gab wie heute.

00:19:36: Hast du überhaupt einen Ton von dem verstanden was die Kinder da miteinander sprachen?

00:19:42: Also am Anfang war's echt schwer!

00:19:44: Es war wirklich schwer weil ich war wirklich am Anfang das einzige Kind das eben nicht bayerisch sprach Gut, war auch das einzige Kind, das im Diktat eine Eins hatte.

00:19:53: Weil die anderen alle so schrieben wie sie hier halt gesprochen haben und dass natürlich die Deutschlehrerin nicht so toll fand.

00:20:01: aber es war in der Tat am Anfang ein bisschen schwierig weil sich diese Kinder auch gar keine Mühe gegeben haben, ich verstehe sie.

00:20:11: im Gegenteil Sie haben sich eigentlich ein bisschen drüber lustig gemacht, dass ich sie nicht verstehe.

00:20:16: Und da gab es schon am Anfang Situationen.

00:20:18: Ich glaube, da sind noch ein paar Tränen geflossen, dass ich nach Hause kam und sage mir mal, wir haben wieder irgendwas zu mir gesagt und haben dann alle gelacht.

00:20:25: Und ich weiß aber gar nicht was die gesagt hatten.

00:20:28: Also das war's schon auch so.

00:20:31: Aber man lernt ja schnell und natürlich habe ich die irgendwann doch verstanden und hab aber es wirklich vermieden, dass sich selber Versuche bayerisch zu reden.

00:20:42: Weil das merkte ich schnell, dass jeder Versuch jetzt das Bayerisch zu imitieren.

00:20:47: Also noch viel mehr Spott und hohen Sorgte.

00:20:51: Und weil ich natürlich dann nur so einigermaßen konnte oder in den Ohren eben der echten Bayern stimmte es gar nicht... und habe deswegen bis zum heutigen Tag also das Vermieden bayerisch zu sprechen.

00:21:07: Und hast du denn schnell Freundschaften schließen können oder schloss man dich erst einmal aus?

00:21:14: Das hab ich schon ganz gut hingekriegt, weil man merkt dann schon als Kind schnell wer ist offen für Freundschaft Wer ist da eher verstockter oder will nicht so recht und so?

00:21:29: Und interessanterweise war tatsächlich die erste Person als Kind, mit der ich wirklich ein freundschaftliches Verhältnis war ein Mädchen.

00:21:40: Also Erika Erlacher, die wohnt, na, ich sag mal, achthundert Meter von hier ist sie aufgewachsen.

00:21:48: Die wohnt jetzt auf der anderen Seite vom Tegernsee.

00:21:50: Und Erika und ich waren beste Freunde!

00:21:53: Und das war super für mich sozusagen als Einstieg und wenn ich das sagen darf, dass ich wirklich gut mit Frauen befreundet bin.

00:22:04: Also wirklich auf einer freundschaftlichen Ebene, also wirklich betone das, ja?

00:22:08: Freundschaftliche Ebene.

00:22:10: Das habe ich bis heute.

00:22:12: Wenn du mir jetzt fragen würdest deine zehn besten Freunde nicht Beziehungen oder Liebschaften oder so Freunde Von zehn besten Freunden oder wirklich guten Freunden, glaube ich, ist das Minimum sechs Frauen dabei.

00:22:28: Ist interessant!

00:22:29: Wenn man sagt ja immer so ein bisschen naja man kann vielleicht mit einer Frau befreundet sein aber dann muss man schon mal mit ihrem Bett gewesen sein?

00:22:37: Aber ohne dass...

00:22:40: Das eigentlich nicht wirklich möglich.

00:22:43: Gab es auch, aber es gab und es gibt bis heute wirklich viele Frauen.

00:22:49: Erika Erlacher, die wirklich damals meine erste Bezugsperson war sozusagen hier.

00:22:54: Wir sind heute noch gut befreundet also...

00:22:56: Aber wart eben kein Paar später!

00:23:01: Du warst ja ein recht vernünftiges Kind und hast dich auch als Teenager dann immer mit deiner Mutter so bisschen abgestimmt.

00:23:09: wann und wo sie dich inmitten der Pampa am Tegernsee mitten in der Nacht von einer Party abholen soll kann auch drei Uhr in der Früh sein.

00:23:17: Oder hast ihr gesagt, wenn du mal woanders übernachten wirst?

00:23:21: Also da war ein sehr vertrauensvoller Austausch.

00:23:24: Dein Kontakt zur Großstadt München damals circa eine Stunde mit der Bahn vom Tegernsee entfernt.

00:23:31: Heute geht das ein bisschen schneller wegen der Bop.

00:23:34: War also eher mäßig so oft war es oder nicht?

00:23:39: Vielmehr standen so in den Sommerferien lange Abenteuerreisen mit deinen Eltern, mit Auto und Zelt auf dem Plan.

00:23:45: Zum Beispiel nach Portugal oder ans Nordcup.

00:23:49: also das war auch etwas was du richtig geliebt hast.

00:23:55: mich würde interessieren wann gab es diesen Moment in deinem Leben wo auf einmal diese Begeisterung für den Film kam für das Kino, vielleicht nicht nur das Fernsehen.

00:24:12: Klar hat man natürlich früher gerne gemacht, man durfte zwar vielleicht nicht so viel Fernsehprogramme schauen aber dieser Film dieses Kino was ja heute deine Berufung ist, wann war das?

00:24:24: Und gab es da irgendeine so eine Initialzündung?

00:24:30: Ja, das ist gar nicht so einfach zu definieren was die Initialzündung war.

00:24:34: Also es war tatsächlich so dass schon zur Schulzeit der war, der so Geschichten erzählt hat.

00:24:45: also ich habe immer so mir Sachen ausgedacht und beim Schulteater war auch der der immer ganz vorne stand irgendwie also nicht selber auf der Bühne sondern Im wahrsten Sinne des Wortes das zu inszenieren.

00:25:01: Also dieses, sagen wir mal Darstellen von auch Fantasiewelten sag ich mal.

00:25:10: Das war schon immer etwas was ich total mochte.

00:25:13: Ich war nie so jetzt sage ich jetzt mal ein praktisches Kind sondern eher so...ich habe mir Sachen ausgedacht und als dann Die Zeit kam, wo man das erste Mal dann auch alleine ins Kino gehen durfte.

00:25:25: Das habe ich wirklich sehr genossen und hab es dann auch exzessiv betrieben.

00:25:33: Und diese ständigen Kinobesuche hat glaube ich diese Faszination bei mir ausgelöst.

00:25:42: Irgendwann so wie erzählt man denn sowas?

00:25:45: Wie macht man sowas?

00:25:47: und habe dann angefangen, an entsprechende Bücher mir zu besorgen.

00:25:51: Und bin dann tatsächlich immer öfter mit dem Zug auch nach München gefahren weil hier am Tegernsee gab es einen Kino und da liefen immer nur so diese normalen Filme und die kamen dann auch erst mal drei Monate oder ein halbes Jahr später als in München liefen und ich wollte natürlich aber auch mal irgendwie außergewöhnliche Filme sehen und solche, die nicht jetzt so unbedingt hier nur in diesem einen Kinos am Tegansee laufen hat sich das immer weiterentwickelt, diese Liebe zum Film.

00:26:20: Und dann war es auch so, dass ich über alles Buch geführt habe.

00:26:23: Also ich hab z.B.

00:26:25: auch immer Listen darüber geführt welche Filme ich gesehen habe.

00:26:29: Hab dann eigene Bewertungen gemacht und hatte auch einen Büchlein wo ich selber für mich, die hätte ja nie sonst jemals gelesen, hat sich keiner interessiert, Filmkritiken geschrieben haben!

00:26:38: Also ich hatte so eine Kladde und da habe ich so kurz Kritiken der Filme, die ich gesehen hatte.

00:26:45: Und dann auch mit einem Bewertungssystem also Superfilmen bekamen drei Sterne zwei Sterne oder minus Zeichen.

00:26:52: wenn sich das ganz doof fand ja und so hab ich für mich angefangen Filme eben nicht nur zu konsumieren sondern auch zu analysieren würde man sagen heute.

00:27:04: Und dieses über alles Buch führen und Listen schreiben, dann habe ich mich auch angefangen für Malerei zu interessieren Und dann hatte ich ein Karteikasten von allen Museen, in denen ich war auch mit meinen Eltern, weil wir ja viel rumreisten.

00:27:20: Wenn wir dann also im Prado, in Madrid waren habe ich dann Karteikkarten gehabt mit den Gemälden von welchen Künstlern in welchem Museum ich die gesehen hatte.

00:27:34: Da gab es dann, was weiß ich, den Reiter Velasquez und davon hatte ich so viele Bilder im Prado gesehen.

00:27:41: So viele Bilder in der Pinnakothek.

00:27:45: Alle großen Maler hatten einen Kerl mit wo ich sie gesehen habe.

00:27:53: Kannst du sagen?

00:27:54: Heute

00:27:54: würde man Nerd

00:27:56: sagen.

00:27:57: Vor allen Dingen, das war ja nur für mich ... Das hatte ja keiner was davon.

00:28:01: Aber für mich war es schön und ich hab mir das dann angeguckt.

00:28:06: Und wie war das denn bei all der Leidenschaft für das Kino mit Partys, mit Mädchen?

00:28:13: Oder hattest du dafür gar keine Zeit mehr.

00:28:15: Auch

00:28:15: doch!

00:28:16: Also es war jetzt nicht so, dass ich... also so ein Nerd war ich dann doch nicht, dass sich nicht auch mit auf Parties ging oder ins Bräustübel und die ersten Bier-Exzesse und so weiter.

00:28:28: Das habe ich schon alles mitgemacht, sowas nicht.

00:28:30: Hab dann natürlich angefangen... Gehen wir mal zusammen ins Kino.

00:28:35: Also das hab' ich natürlich auch schnell gemerkt.

00:28:38: Wenn man mit einem Mädchen in den Kino ging und es der richtige Film ist, dass durchaus geeignet ist um da irgendwie dem Mädchen vielleicht ein bisschen mehr zu kommen also die Taktik war mir natürlich auch nicht verborgen geblieben.

00:28:52: Und ja, ich hab dann auch meine Freunde immer wieder dann auch gesagt, komm lass uns mal nach München fahren und gucken wir uns den Film an.

00:29:00: Das war aber nur so bedingt erfolgreich weil ich die natürlich in Filme mitgeschleppt habe wo sie gesagt haben was war das denn?

00:29:07: So etwas wollen wir nicht nochmal sehen!

00:29:11: Das sind irgendwelche, weiß ich, koreanischen Horrorfilme oder keine Ahnung.

00:29:15: Irgendwelche Filme die halt so jetzt für ein sag ich mal normales Publikum dann eher...

00:29:21: Aber hattest du auch eine feste Freundin?

00:29:23: Oder ist waren deine erste Freundinnen?

00:29:25: jetzt sagen wir vielleicht auch nur eine Nacht?

00:29:28: Nö, also meine ich hatte dann tatsächlich mit, wie alt war ich da?

00:29:36: Das war, also es gab so ein paar Knutschgegnungen natürlich.

00:29:40: Die waren aber eher so na die waren natürlich schon vorher.

00:29:43: Aber wo ich jetzt sagen kann hey das war jetzt wirklich meine erste richtige Freundin War dann tatsächlich eine Die man mit denen aus meiner Klasse war Babsi und Und wir waren da ein richtiges ja auch Richtiges Paar.

00:29:57: Wir waren auch bestimmt Lange war mir denn zusammen drei Jahre oder so.

00:30:04: An einem Sonntag, im September, du warst siebzehn Jahre alt, kam eine Zäsur in dein Leben.

00:30:12: Deine Mutter war gerade für das Antiquitäten-Geschäft über das Wochenende auf einer Messe in Lindau am Bodensee und Nölle machte wie so oft eine Bergwanderung mit Klettersteig.

00:30:27: Du kamst gerade heim nach Hause.

00:30:32: Da war dann in der Einfahrt die Polizei gestanden.

00:30:37: Und du hast dich schon gewundert, die stiegen aus und fragten, ob hier ein Herr Karl-Heinz-Klassmann wohnt?

00:30:45: Du sagst ja, dass eben der Lebenspartner deiner Mutter sei aber nicht zu Hause ist, sondern gerade beim Wandern.

00:30:53: Und da teilten sie dir mit, dass er leider abgestürzt sei und dabei tödlich verunglückt

00:30:59: ist.".

00:31:00: Was hast du in diesem Moment gefühlt und wie musste es denn deine Mutter erfahren?

00:31:09: Ja, man glaubt das ja im ersten Moment nicht.

00:31:11: Also das ist ja wie so eine Verzögerung die da eintritt weil man denkt ja das kann doch gar nicht sein.

00:31:19: also ich glaube es dauert einfach so ne Nachricht zu verarbeiten.

00:31:24: aber dann war eben siebzehn.

00:31:28: Ich war dann schon klar, das ist die grausame Realität.

00:31:33: Und dann war es ja nur eine Zeit wo man nicht jetzt jemanden einfach mal eben schnell erreichen konnte und ich wusste tatsächlich auch nur dass meine Mutter in Lindau ist.

00:31:43: Die wusste aber nicht immer wie das Hotel heißt neben dem Woot.

00:31:48: Also was ich merkte ist, ich muss mit irgendjemand reden.

00:31:51: also nachdem dann diese Polizisten dann wieder gefahren waren, stand ich da alleine rum und das war natürlich ganz furchtbar.

00:31:59: Und die haben mich dann schon noch gefragt ist irgendjemand da mit dem sie jetzt reden können?

00:32:05: Man muss doch fairerweise sagen Sie haben mich zu den Nachbarn gebracht weil wir mit unseren Nachbaren ein sehr freundschaftliches Verhältnis hatten.

00:32:13: und als ich bei den Nachbaren war, dann haben die sich verabschiedet Und das war wichtig.

00:32:20: Mit jemandem reden, also nicht mit dieser Nachricht alleine dazustehen und dann war aber natürlich das Wichtigste jetzt irgendwie zu meiner Mutter zu kommen.

00:32:35: Dann wurde da Wildrum telefoniert

00:32:37: usw.,

00:32:38: und dann sind wir noch in der gleichen Nacht, hab mich dann nach Lindau gefahren Und als ich dann haben, dann auch rausbekommen welchen Hotel meine Mutter ist.

00:32:46: Als ich ins Hotel kam hatte meine Mutter es dann eben telefonisch erfahren und so gesehen, also ich dann auf sie traf wusste sie's auch und das war sehr wichtig für uns beide glaube ich dass wir dann von dem Moment den Schmerz gemeinsam sozusagen erleben mussten aber auch konnten und damit nicht alleine waren.

00:33:11: War denn das Leid'n deiner Mutter, die damals thirty- acht Jahre alt war?

00:33:17: Das Schlimmste an seinem Tod.

00:33:23: Tja ... Das ist ganz schwer zu sagen.

00:33:25: aber ja ich glaube ja also meine Mutter dass das so aus ihrem Leben... Dass der Nölle so aus ihrem Leben gerissen wurde.

00:33:33: Das waren wirklich diese Lehre die dann entstand.

00:33:38: Die war schon brutal.

00:33:40: Also ist einfach ein Wahnsinnsunterschied, ob ein Mensch stirbt weil er sich aus Altersgründen krank ist dann aus dem Leben verabschiedet.

00:33:52: Oder wenn von heute auf morgen oder von einer Sekunde auf die anderen auf einmal einen Menschen nicht mehr da ist aber alles noch auch in der Wohnung und so weiter ja alles noch so da ist als ob er gerade rausgegangen ist.

00:34:04: Und diese Momente dieses diese Erkenntnis kommt nie wieder zurück.

00:34:10: Das war für meine Mutter und auch für mich schon ganz schön heftig.

00:34:15: Die beiden hatten ja nie geheiratet, gab es denn wenigstens ein Testament oder erbten alles seine Kinder?

00:34:23: Es gaben Testament, ein handschriftliches Testament, das hat auch Gott sei Dank meiner Mutter die Existenz hier am Tegernsee gesichert.

00:34:34: Da war sonst ... Hätte sie keine Chance gehabt, da irgendwie an das Erbe zu kommen.

00:34:43: Sie und Nölle hatten eben ein Haus gekauft hier am TNC inzwischen.

00:34:49: Was

00:34:49: ist das Haus, wo wir jetzt sitzen?

00:34:50: Das Haus, in dem wir jetzt sitzen.

00:34:52: Und ja, es wäre sonst auf die Kinder weiter verteilt worden alles.

00:35:01: Aber es gab das Testament und das Testament regelte eben, dass meine Mutter alles erbt.

00:35:06: Hast du denn seine frühere Familie kennengelernt?

00:35:10: Und hast du, wenn ja heute noch Kontakt zu ihnen?

00:35:14: Nein ich habe sie eigentlich nie richtig kennen gelernt.

00:35:16: Es gab eine kurze Begegnung dann im Rahmen der ganzen Erbschaftsgeschichte weil es ihr noch tatsächlich auch in Hausen Duisburg gehabt hat, was meinem Vater gehörte.

00:35:28: nach dem Nölle dann eben seine Familie verlassen hatte, hat er aber seiner Familie ermöglicht im Haus in Duisburg weiterzuleben.

00:35:37: Aber es gehörte ihm weiterhin und auch dieses Haus hat meine Mutter geerbt so.

00:35:44: Und da hat aber dann meine Mutter etwas gemacht was ich ja schon damals hoch angerechnet habe.

00:35:51: Theoretisch hätte sich jetzt die Familie sagen können so tschüss das gehört mir jetzt hier.

00:35:56: Das hat sie nicht gemacht sondern das Haus und das Grundstück wurden wurde verkauft und das Geld, was da reinkam hat sie dann mit den Kindern geteilt.

00:36:06: Und dieser Termin war ich dann auch einmal dabei.

00:36:09: der war sehr korrekt.

00:36:10: wir waren da sage ich mal auch allen schon Gott sei Dank alt genug damit vernünftig umzugehen.

00:36:18: Ich war von dem ganzen von der ganzen Gruppe ist auch der jüngste die anderen waren schon seine leiblichen Kinder von Neulewansch alle etwas älter Und wir sind sehr, sage ich jetzt mal vernünftig und höflich miteinander umgegangen.

00:36:34: Aber das war es dann auch.

00:36:35: Also ich glaube ehrlich gesagt hatten die Kinder von Nölle auch nicht so ein großes Interesse mit mir meiner Mutter weiteren Kontakt zu halten.

00:36:47: So sind wir da auch wieder anständig und korrekt aber dann auch endgültig auseinander gegangen.

00:36:54: Ich frage mich in diesem Moment... hatte ja diese Kinder, drei Kinder oder vier.

00:37:02: Aber dann spielten die Kinder doch auch während der ganzen Zeit bis zu seinem Tod eine Rolle in deinem Leben?

00:37:09: Die kamen doch dann sicherlich auch mal zu Besuch?

00:37:12: Ja nie!

00:37:13: Das hat er ... Neule hat da ziemlich radikal mit seinem vorherigen Leben geschlossen gehabt.

00:37:22: Ich habe das auch nie so richtig nachgefragt, aber das war ein Tabuthema tatsächlich.

00:37:27: Also ich glaube er ist schon irgendwann mal nach Duisburg gefahren um dann den einen oder anderen seiner Kinder zu sehen, aber er wollte nicht dass die hier an Tänse kommen.

00:37:40: Hier hatte er neues Leben begonnen und er wollte es nicht vermischen.

00:37:46: Er hatte auch nicht drüber geredet und das habe ich respektiert.

00:37:49: Und hab ihn da eigentlich auch nie mit konfrontiert, mit dieser

00:37:51: Frage.".

00:37:53: Deine Mutter musste ja nach seinem Tod wieder Vollzeit arbeiten, weil ... Ich meine, dafür gab es zwar diese Häuser aber es gab jetzt nicht so viel Kesch, dass man sagen konnte, ich bin nur noch Privatier.

00:38:08: Und das hat sie dann auch getan, indem sie erst als Sprechstundenhilfe bei einem Arzt gearbeitet hat.

00:38:14: Dann als Altenpflegerin in einem exklusiven Wohnstift wo sie aber schnell die Verwaltung dann auch übernommen hat also was anderes gemacht hat.

00:38:25: dort später leitet sie sich auch einen Pflegedienst und schließlich hat sie bis zu ihrem fünfundsebzigsten Lebensjahr sehr erfolgreich Seniorenreisen inszeniert und organisiert, dabei auch ganz gutes Geld verdient.

00:38:40: Sie hat zwar nie wieder geheiratet aber zehn Jahre lang einen Freund gehabt – ein verheirateten Zyzynianer, den sie auf einer Senioren-Reise kennengelernt hatte.

00:38:50: Irgendwann verlies sie ihn aber weil er nicht länger seine Affäre sein wollte?

00:38:55: Dann verliebte sich auf der MS Europa, also auf dem Kreuzfahrtsschiff in den Schiffsarzt.

00:39:01: Dieser kam aus Niedersachsen und so führten sie ein paar Jahre lang eine Fernbeziehung.

00:39:07: Das war dann auch irgendwann wieder

00:39:09: vorbei.".

00:39:10: Wie sehr hat dich die Kraft- und Energie- und Zuversicht deiner Mutter inspiriert und geprägt?

00:39:19: Diese Energie meiner Mutter und diese Mischung aus Impulsivität und einem wirklich beeindruckenden Organisationstalent, das meine Mutter hatte.

00:39:29: Das hat mich schon geprägt.

00:39:31: Ich konnte da viel auch für mein eigenes Leben rausholen, sage ich jetzt mal.

00:39:35: Weil Filme machen, hat ja auch sehr, sehr viel damit zu tun, komplexe Abläufe zu organisieren.

00:39:41: Und ich glaube, da hat meine Mutter ganz gut mich beeinflusst so, wenn ich das so sagen darf ... Und ich fand das immer toll, dass sie so agil ist und dass sie da auch keine Scheu hat eine Beziehung in Sizilien zu führen.

00:39:56: Um da auch sag' ich mal ein bisschen gegen die Konventionen dazu gehen.

00:40:01: Interessant war, dass ihr dann aber doch dieser Status der sagt, dass jetzt mal so geliebten, dann doch irgendwann aber auch zu viel wurde ja?

00:40:11: Also dass Alfredo aus Sizilian eben naja... aufgrund seiner traditionellen Verwurzelung in Sizilien.

00:40:22: Katholisch natürlich, weil war undenkbar dass er seine Frau verlässt.

00:40:26: also das war überhaupt kein Thema.

00:40:28: aber das hat meine Mutter dann doch irgendwann geschmerzt und ich glaube sie hätte sich dann in ihrem späteren Zeit vielleicht auch mal einen Mann gewünscht der dann sagt okay Jetzt bist du auch wirklich die Einzige.

00:40:47: Und da gibt es noch eine Frau und so weiter, dass Alfredo nicht dazu in der Lage war, das war ihr dann doch irgendwie.

00:40:58: Also so ein Nölle.

00:41:00: So wie der?

00:41:01: Irgendwie war's schon wieder... sagen wir fast ähnliche Situationen, kann man fast sagen.

00:41:10: Als ob sie das gerade auch so angezogen hat, ein bisschen komplizierte Beziehungen sag ich jetzt mal.

00:41:18: und irgendwann war es ja aber dann auch in einem Alter wo sich glaube ich sich mehr Ruhe gewünscht hätte.

00:41:24: Deine gesamte Kindheit und Jugend hast du hier am Tegernsee verbracht?

00:41:29: Und twondneinzehntundachtzig dein Abitur absolviert!

00:41:33: Hattest du denn damals überhaupt so einen Plan, als du dann Abitur in der Tasche hattest?

00:41:39: Wie du deinen Traum mit dem Thema Film oder deiner Leidenschaft mit dem Film realisieren könntest.

00:41:49: Oder war da gar kein Plan?

00:41:53: Na ja, so ein bisschen plan sage ich jetzt mal!

00:41:56: Also das muss es sein und das will ich machen.

00:42:02: Wie ich da hinkomme, hatte ich natürlich jetzt nicht so richtig den Plan.

00:42:08: Dann hatte ich mich natürlich erkundigt und damals gab es ja auch schon die Filmhochschule in München.

00:42:13: Dann habe ich mir natürlich genau angeguckt und habe mir auch die Unterlagen schicken lassen ob ich dahin gehen kann eventuell.

00:42:20: Und heute ist das glaube ich nicht mehr so.

00:42:23: Damals war's aber so dass diese Filmhochschule in eigentlich ein Aufbaustudium war, heißt man musste erst ein anderes abgeschlossenes Studium haben oder eine abgeschlossene Berufsausbildung und so was um dann auf die Filmhochschule gehen zu können.

00:42:39: Ich glaube das ist halt immer noch.

00:42:40: Ist es tatsächlich immer so?

00:42:41: Und da war ich ungeduldig.

00:42:43: Ich habe gesagt ne ich mache doch jetzt nicht erstmal jahrelang etwas anders damit ich dann endlich nee will.

00:42:47: jetzt jetzt will ich Filme machen so ungefähr.

00:42:51: Und hab dann gesagt nö dann mach' ich das lieber alles selber Und habe tatsächlich dann auch zwei Jahre, glaube ich nach meinem Abitur schon eine eigene Firma gegründet.

00:43:04: Zusammen mit einem Partner und wir haben angefangen, tatsächlich so kleine Werbefilme zu produzieren und da haben am Anfang Hochzeiten gefilmt Und eben solche Sachen gemacht, mit denen man so ein bisschen Geld verdienen kann.

00:43:24: Aber wo man einfach eine Kamera in der Hand hat.

00:43:28: Das war das Wichtigste!

00:43:29: Das hatte natürlich noch keinen richtigen künstlerischen Anspruch aber ich wollte einfach mit diesem ganzen Thema mich beschäftigen.

00:43:39: Natürlich wollte meine Mutter dann schon, dass ich studiere und sagte, du kannst doch jetzt nicht nur irgendwie hier mit deiner Kamera rumlaufen so ungefähr Und hab dann auch beschlossen, dass ich natürlich was studiere.

00:43:52: Weil der ganze Bereich Journalismus war schon etwas, das mich interessiert habe und da habe ich gesagt, ja gut, dann studiere ich Kommunikationswissenschaft, weil das geht auch so ein bisschen in die Richtung... Aber eigentlich war es ein Scheinstudium um mal ganz ehrlich zu sein!

00:44:09: Und hab dann tatsächlich bis zum Vordiplomen auch eben... Ja,

00:44:13: vier Jahre

00:44:14: lang.

00:44:14: ...vier Jahre lang Kommunikationswissenschaft studiert aber nebenher meine Firma gehabt immer wieder Aufträge gehabt und ganz ehrlich dass ich das Studium dann abgebrochen habe lag schlicht unergreifend daran Dass sich dann mit der Filmerei so viel zu tun hatte und so viele Aufträge hatte es einfach kaum noch Zeit für die Uni blieb.

00:44:35: Und dann musste ich meiner Mutter leider die traurige Nachricht übermitteln, dass ich nicht weiter studiere.

00:44:41: Sondern jetzt entgültig ... Ach

00:44:44: das kenne ich irgendwo her von meinem Sohn!

00:44:47: Ja

00:44:47: so war es dann... Aber du hast jetzt unterschlagen, dass es ja auch damals noch die Wehrpflicht gab?

00:44:55: Äh

00:44:55: ja irgendwie ist das kein Zufall, dass sich das unterschlagen hat weil es tatsächlich eine Eher nicht so schöne Episode in meinem Leben ist, weil ich natürlich auf die Bundeswehr gar keine Lust hatte.

00:45:10: Und tatsächlich zu dem Zeitpunkt war er durch fünfzehn Monate Wehrdienst-Werpflicht und ich habe dann sogar tatsächlich versucht ihm zu entkommen durch einen ganz schäbigen Trick das ich nämlich nach Berlin gezogen bin Offiziell, also wir hatten Freunde in Berlin und bei denen wohnte ich offiziell.

00:45:28: Hatte dann auch ein Berliner Personalausweis?

00:45:30: Fand ich ganz cool!

00:45:32: Weil in Berlin gab es ja die Wehrpflicht nicht.

00:45:35: Also die, die in Berlin wohnten mussten ja nichts zur Bundeswehr Und diese kleine Gesetzeslücke meinte ich kann ich doch super ausnutzen und entkommen dem So, ähm...

00:45:47: Drückeberger.

00:45:49: Voll drückebergermäßig hab dann auch sozusagen rumgefeigt weil meine ganzen Freunde hier am Tegernsee die bekam alle ihre Einberufung und ich nix und so weiter fand das natürlich irgendwie ganz cool.

00:46:02: ja da hatte ich aber die Rechnungen ohne den Wirts gemacht sagt man ne?

00:46:06: Weil hier Rottach Egernd ist ja auch ländlich und relativ klein und irgendwie kennt dann doch jeder jeden.

00:46:14: Und es kam dann tatsächlich so, dass jemand aus der Gemeindeverwaltung, die mich irgendwie immer wieder halt hier ... Ich war ja weiterhin am Tegernsee oder höchstens mal in München.

00:46:25: Aber eigentlich so gut wie nie in Berlin.

00:46:27: Wurde ja gar nicht in Berlin sein zu dem Zeitpunkt.

00:46:30: Mich halt hier sah, sie hatte mich dann auch irgendwann mal drauf angesprochen auf der Straße.

00:46:36: So nach dem Motto du bist doch noch Berlin gezogen und bist immer noch hier.

00:46:39: Du habtest dann abgetan nach einem Motto das geht sie gar nichts an Ja und die hat das aber dann gemeldet, an die entsprechenden Dienststellen.

00:46:50: Und dann musste ich zu einer Anhörung und das war alles ganz schrecklich und auf die Art und Weise haben sie mich doch gekriegt

00:46:57: Also bist du doch.

00:46:59: Dann auch nach hin zu verweigern, so wie er nannte man das damals, also den Kriegsdienst verweigan... Genau!

00:47:04: Was hätte

00:47:05: ich noch mehr machen können?

00:47:06: Da hatte sich dann nicht mehr die Energie.

00:47:08: Nachdem dieser erste Versuch nicht

00:47:10: aufgeflogen

00:47:11: war, war meine Energie da irgendwie zum Erliegen gekommen und habe gesagt, gut jetzt Augen zu und durch, dann mache ich halt diese fünfzehn Monate Und die waren ja...

00:47:22: Wo hast du dir gemacht?

00:47:24: Die Grundausbildung war in der Nähe von Ulm und dann, Gott sei Dank relativ nahe in Murnau.

00:47:31: In so einer Raketenabschussbasis war ich irgendwie und naja aber auch alles getan damit ich da möglichst sage ich mal stressfreien Job habe und es ist mir dann auch ganz gut gelungen.

00:47:43: und dann erst die Zeit dann doch auch schnell vorbeigegangen

00:47:46: Und danach, nach der Bundeswehr, konnte es dann ja richtig losgehen.

00:47:54: Dann warst du ganz frei!

00:47:57: Aber woher kamen denn diese ersten Kunden?

00:48:01: Woher kam das Geld für das teure Kamera-Equipment?

00:48:05: Weil irgendwann kannst du nicht mehr mit so einer Superachtkamera rumlaufen...

00:48:10: Es war so, dass die Firma, die ich gegründet habe – ja nicht alleine gegrundet habe.

00:48:14: Ich hab hier am Tegernsee einen Freund gehabt, der das Filmen- und die Filmbranche ähnlich faszinierend fand wie ich aber auf einer bisschen andere Ebene.

00:48:28: er sah darin eine gute Möglichkeit Geld zu verdienen.

00:48:33: Bei mir war am Anfang Geldverdien, da.

00:48:35: ich wollte Künstler sein Dieser andere, der in meinem gleichen Alter war.

00:48:42: Er hieß Werner König.

00:48:45: War so ein, sag ich jetzt mal, jemand, der ähnlich tickte wie ich.

00:48:51: Beziehungsweise es war einfach eine super Ergänzung weil er hatte das wirtschaftliche sozusagen im Blick.

00:48:59: Hat

00:48:59: ein bisschen gerechnet und

00:49:00: hat gerechnet

00:49:01: usw.,

00:49:02: da können wir Geld mit verdienen.

00:49:04: Man muss sagen, der Werner war schon immer jemand, der rumgedieelt hat.

00:49:10: Nicht mit Drogen!

00:49:11: Also nicht dass da jetzt ein falscher Eindruck entsteht.

00:49:14: Nein aber so... Ich weiß noch, wir gingen ja auf die gleiche Schule.

00:49:18: Der Werner kam dann als er dann Führerschein hatte und sagte zu uns in der Pause, er kommt mal mit, dann ging er zu seinem Auto machte den Kofferraum auf und da lagen dann da dreißig Jeans drin.

00:49:28: Und so, ja hier, zwanzig Euro äh nehm ich mal Euro, sorry Jungs.

00:49:32: Zwanzig Mark des Stück.

00:49:34: Und alle sagten, was ist denn die jetzt her?

00:49:35: Ist doch egal.

00:49:36: Wollte er die

00:49:36: haben?".

00:49:37: Werner war jemand der immer mit irgendwas am Rumdielen war und kannte auch Gott und die Welt und dann hat er mit dem Geschäfte gemacht usw.

00:49:47: Eigentlich war er genau da durch sich ein Partner für mich weil er eben so diesen ... Der hatte vor allen Dingen sehr viel Kontakt mit allem was mit Sport zu tun hatte Vor allen Dingen Skifahren, weil er selber war ein begnadeter Skifahrer.

00:49:59: Er war auch irgendwie so im Förderkader der deutschen Ski-Nationalmannschaft und so weiter.

00:50:05: Und kannte jetzt Leute bei großen, darf man Namen sagen von Firmen?

00:50:11: Also das war zum Beispiel sehr eng mit Bogner... Und auf die Art und Weise bekamen wir dann tatsächlich auch Zugang zu Firmen, wie eben Bogner.

00:50:22: Und eines Tages sagte Werner du ich habe einen Auftrag für uns.

00:50:26: Wir sollen auf der ISPO, der Sportartikelmesse Die Modenschau von Bogner, eine große Präsentation Das sollen wir mit drei Kameras filmen und drehen.

00:50:35: Ich so kündete es überhaupt Ja das machen wir!

00:50:38: Du machst das schon.

00:50:39: Also er hat den Auftrag an Land gezogen und ich sollte das jetzt umsetzen.

00:50:45: Und die Kombination, die ist ganz gut aufgegangen und das haben wir dann ganz gut hingekriegt, muss allerdings noch einmal ganz kurz rückspringen nämlich die Frage wo kam denn die erste Kamera her?

00:50:57: Diese Kameratechnik war damals auch eigentlich verdammt teuer!

00:51:00: Das war ja nicht so dass jeder mit einer Kamera darum lief Und natürlich hatten wir das Geld nicht und so weiter.

00:51:08: Dann sind wir zur Bank gegangen, bei der Bank schüttelte ich nur den Kopf und sagte wie Kredit für eine Kamera?

00:51:15: Nein!

00:51:15: Habt ihr irgendwelche Sicherheiten?

00:51:18: Wir so nö.

00:51:20: Völlig naiv.

00:51:21: Wie viel

00:51:21: Geld war das was ihr gebraucht

00:51:22: habt?

00:51:22: So zehn tausend Mark.

00:51:25: So mit...

00:51:26: War viel Geld.

00:51:26: Das

00:51:26: waren damals viel Geld die hatten wir natürlich nicht.

00:51:31: Der Banker hat uns dann wieder nach Hause geschickt fertig.

00:51:36: Und dann habe ich das natürlich meiner Mutter erzählt, dass da diese Niederlage bei der Bank gerade kassiert hat.

00:51:44: und dann sagte meine Mutter also Ich verstehe ja und ich will ja auch, dass du deine Leidenschaft vorantreiben kannst.

00:51:53: Ich kann dir die Zehntausend Mark nicht geben.

00:51:56: so viel Geld hab' ich jetzt hier auch nicht was ich natürlich machen kann weil ich habe ja das raus ich kriege einen Kredit bei der bank.

00:52:03: Mit anderen Worten, ich könnte für euch bürgen dafür dass ihr den Kredit bekommt.

00:52:09: Kann nicht machen aber Ich will von euch ganz klar hier Verträge haben.

00:52:15: und da war meine mutter immer Ganz ganz ganz ganz straight wer gesagt ich birge Für euch Aber Im zweifelsfall zahlt in mir wenn na zahlt ihm mir das geld zurück oder so.

00:52:28: also ich schenk dir das Geld nicht.

00:52:29: Ja so aber ich bin für dich da.

00:52:33: Das hat sie dann auch tatsächlich gemacht.

00:52:35: Hat zu Werner König gesagt, ich birke für dich hier mit, weil seine Mutter wollte nicht für ihn birken.

00:52:42: Es hat meine Mutter also auch für uns beide gemacht.

00:52:46: und sie hat zu Werna gesagt, verarsch mich nicht!

00:52:52: Ich birke jetzt für euch beide und dann hat Werner Kunig damals ... Wir waren da.

00:53:01: Er hat gesagt, Frau Rosenmüller.

00:53:06: Sie kriegen ihr Geld zurück oder wenn da irgendwas ist?

00:53:11: Und in ein paar Jahren komme ich hier mit einem Porsche vorgefahren und bringe ihm das Geld, wenn es sein

00:53:16: muss.".

00:53:17: Ja, und dann hat meine Mutter gesagt, ja, ja.

00:53:21: Aber irgendwie hat er doch recht

00:53:23: behalten.

00:53:25: Herrlich!

00:53:27: Ja, und in den Sachen Liebe begegnete dir ja dann, da warst du so siebenundzwanzig.

00:53:36: Dann war wirklich so eine richtige Frau, die es dir angetan hatte, nämlich die Maskenbildnerin Patricia mit der du sieben Jahre lang dann in München auch zusammengelebt hast.

00:53:47: Also man muss sagen, du hast dann schon auch in Münchengeliebt aber bist natürlich auch immer mal wieder hier am Tegernsee gewesen.

00:53:53: also das war ein bisschen so hin- und her.

00:53:56: Wie ging es bei dir beruflich dann weiter?

00:54:00: Wie ging's denn, ich sage mal die Jahre danach nach dieser Geldgabe deiner Mutter und machte es dich glücklich dass ihr in nineteenhundertneinzig mit der Firma, die du gegründet hattest.

00:54:16: Die dann ja irgendwannmal MME lautete oder hieß Diese Firma wurde ja wie so ein Wegbereiter für Musiksendungen.

00:54:29: Du warst dann irgendwie auch Mitgesellschafter und Geschäftsführer, ihr habt Bravo TV eigentlich erfundene Dome den Sender Viva kreiert.

00:54:40: Ihr hattet bis zu Hundertfünfzig Mitarbeiter und die Firma ist dann auch in neunundneunzig oder zweitausend sogar an die Börse gegangen.

00:54:49: Also war das für dich jetzt einfach so ein Flow?

00:54:53: Und alles war, wie du es dir erträumt hast.

00:54:58: Ja auf der einen Seite schon.

00:55:00: also man muss sagen ich hatte dann ja manchmal hat man auch Glück im Leben dann einfach die richtigen Leute auch kennengelernt.

00:55:08: und es begann dann gerade als sich dann eben die meiste Zeit schon auch in München war weil beruflich dass natürlich Arde Studium aber auch berufliche konnte ich nicht ganz am Tegernsee sein Und deswegen wurde München natürlich dann schon irgendwann der Lebensmittelpunkt.

00:55:24: Ich bin genau zum richtigen Zeitpunkt da reingekommen, als diese Goldgräberstimmung mit diesem ganzen Thema Musikfernsehen.

00:55:30: MTV war das große Thema.

00:55:32: Musikvideos wurden von den Menschen immer mehr entdeckt sozusagen.

00:55:37: Das war ja etwas... vorher gar nicht gab.

00:55:41: Und auf einmal gab es mit MTV und dann gab's ja noch Tele-Fünf, und so.

00:55:44: Es gab auch ebenso ein paar deutsche Sender die Musikvideos zeigen – und da war auf einmal einen riesen Markt der sich auftat, aber es gab kaum Leute in Deutschland, die das produzierten!

00:55:59: Ich habe mich von Werner König beruflich getrennt.

00:56:02: Wir sind aber freundschaftlich immer sehr eng verbunden geblieben, er ist dann mehr in die Richtung Lizenzgeschäft vom Spielfilm gegangen also eher das Ganze weiterhin auch wirtschaftlich gesehen.

00:56:12: Er ist ein sehr erfolgreicher Filmhändler geworden und komme ich nachher noch drauf.

00:56:19: Wir begegneten uns dann Jahre später wieder auch berufliche.

00:56:24: Aber diese Zeit, diese neunziger Jahre waren eben geprägt von dieser Firma Me Myself and I abgekürzt MME.

00:56:32: Und ja wir haben also tatsächlich kann man schon sagen das Musikfernsehen in Deutschland mitgeprägt mit dem was wir produziert haben.

00:56:39: aber mein liebe zum Film die war immer noch da und hat auch nie aufgehört dass eigentlich mein eigenliches Ziel schon damals Spielfilme zu drehen.

00:56:56: Für mich war das eine tolle Zeit, weil ich natürlich auch mit Musikvideos, die ich dann gemacht habe wahnsinnig viel ausprobieren konnte, rumexperimentieren mit besonderen Kameras und was weiß ich?

00:57:08: Also alles das, was man so filmtechnisch sozusagen lernen kann und ausprobierend kann, konnte ich durch diese Zeit wunderbar umsetzen.

00:57:18: Aber eine Geschichte zu erzählen mit dem Film, das war natürlich so noch nicht möglich.

00:57:24: Mit dem was ich da machte.

00:57:26: aber ich habe dieses Ziel nie aus den Augen gelassen.

00:57:29: und Ende der neunziger war es dann auch so.

00:57:33: Da dein Privatleben mit dem wachsenden Erfolg obwohl du deine Freundin sogar mal ein Jahr in Los Angeles verbracht haben in dieser Zeit Aber irgendwie durch die viele Arbeit, die Termine, die Reisen kam das Privatleben einfach ein bisschen kurz und zeigte so erste Risse.

00:57:54: Also eure siebenjährige Beziehung war dann so'n kleines bisschen nicht mehr ganz so super gewesen?

00:58:01: Und da hast du gedacht okay jetzt mach ich einen Heiratsantrag!

00:58:07: Und hast dann, nineteenhundertseinundneunzig, ganz große auf der Prater Insel in München Hochzeit gefeiert mit der besagten Patrizia und hast da sogar Udo Lindenberg für euch gesungen.

00:58:21: Anschließend ging es dann nach Mauritius auf Hochzeitsreise, aber ein Jahr später wurde deine Frau von einem Freund von dir schwanger, trennte sich von dir.

00:58:35: Und neunundneinzig also zwei Jahre nach dieser opulenten Hochzeit wart ihr auch schon wieder geschieden.

00:58:42: Was hattest du denn übersehen, als du sie geheiratet hast?

00:58:46: Naja danach ist man immer schlauer sagt man.

00:58:49: Also es war halt einfach so.

00:58:51: wir hatten eine sehr schöne Zeit also die sieben Jahre aber irgendwann bekam es Risse weil und das ist natürlich schon auch ein Erkenntnis die ich dann irgendwann hatte dass mein Beruf ich sage jetzt mal Man muss fast sagen, schon auch Beziehungsgift ist.

00:59:13: Weil ich natürlich einen doch sehr unregelmäßigen Arbeits- und Freizeit ... Freizeitleben habe.

00:59:21: Das heißt, ich bin dann zeitlang weg und da bin ich wieder da und es gibt auch keine Wochenenden, dann gibt es aber wieder Freizeits, wenn andere keine Freizeithaben... Also das sage ich jetzt mal mit einem normalen Arbeits- und Lebensrhythmus von vielen anderen Menschen in Einklang zu bringen ist gar nicht so einfach.

00:59:43: Aber das wusste ja deine Frau.

00:59:44: Das wusste meine Frau.

00:59:46: und am Anfang haben wir auch gedacht, ach, es funktioniert doch... Pläne ist das eine aber wie es dann in der Realität aussieht ist dann noch das andere.

01:00:00: und irgendwann war dann schon bei ihr der Punkt gekommen wo sie unter diesem ständigen ich bin da bin nicht klar weil Nicht nur in München ein Büro, dann hatten wir auch einen Büro in Hamburg.

01:00:14: Dann musste ich ständig nach Hamburg und war immer unterwegs usw.

01:00:18: Und diese Hochzeit, die Siebenundneinzig war eigentlich so der Versuch das alles jetzt nochmal irgendwie zu vitalisieren und dem was Besonderes zu geben genau genommen eigentlich diese Beziehung zu retten.

01:00:34: Und das war eigentlich naiv, zu glauben dass es noch funktioniert.

01:00:37: Also im Nachhinein hätten wir uns die

01:00:39: Hochzeit

01:00:40: gefeiert.

01:00:40: Die Hochzeit war super, da reden die Leute auch heute noch von.

01:00:45: Aber wenn man's genau betrachtet hätte mal unsere Aktion auch sparen können und und dass dann auch so diese Flucht von ihr kam, würde ich das jetzt mal sagen.

01:00:57: Und dann ist die Beziehung mit einem Freund von mir angefangen hat

01:01:00: usw.,

01:01:01: ja war eigentlich das Zeichen dafür, dass das eigentlich schon nicht mehr funktioniert hatte.

01:01:07: Ich habe natürlich irgendwann zurückgesagt, sag mal, das hättest du ja echt vorüberlegen können!

01:01:11: Also was sollte das denn?

01:01:13: So...und es waren natürlich auch bitter für mich aber So wie meine Mutter ja auch es mir vorgelebt hatte, dass es so Lebenszäsuren gibt.

01:01:25: Habe ich diese Zäsur dann auch zum Anders genommen auch wirklich Schlussstriche zu ziehen?

01:01:30: Und dein Vater übrigens?

01:01:31: Weil du hast ja auch ein bisschen so reagiert wie deinen Papi als deine Mami weggelaufen

01:01:36: ist.

01:01:36: Also

01:01:36: du warst ja auch relativ ... Souverän.

01:01:40: Ja, ja!

01:01:40: Also ich hab also auch da nicht es jetzt zu einem Rosenkrieg werden lassen oder ähnlichen unschönen Dingen.

01:01:49: Nee das liegt auch in meiner Natur her.

01:01:52: Und in dem gleichen Jahr, wenn ich mich recht richtig aufgeschrieben habe als im gleichen Jahr deiner Scheidung, also in der Zeit neunundneunzig hast du ja auch deine Firma losgelassen.

01:02:05: Richtig!

01:02:05: Also hast Du eine Anteile verkauft?

01:02:08: Richtig, also... Vierzig

01:02:09: Prozent

01:02:09: oder?!

01:02:10: Vierzig Prozent

01:02:13: von der ... Nee, so viel war es nicht.

01:02:15: Da hattest du mir falsch auf.

01:02:16: Ich

01:02:17: dachte,

01:02:17: ihr wart zu dritt gewesen?

01:02:18: Wir waren zu drit

01:02:20: und dann ist das nicht vierzig.

01:02:22: Und wir hatten zu dem Zeitpunkt auch schon ein Teil unserer Filme.

01:02:26: Das waren eher zwanzig Prozent!

01:02:27: Ja genau, weil wir hatten vierzig Prozent der Firma schon ein paar Jahre vorher an den Heinrich-Bauerverlag verkauft.

01:02:35: Also das heißt, wir drei hatten jeder zwanzig Prozent und der Bauverlagerte vierzig.

01:02:40: Genau!

01:02:41: Und dann hab ich mit dem Börsengang, der auch noch bevorstand, da habe ich meine Anteile verkauft, weil die Chance hatte, meinen ersten Spielfinn zu machen.

01:02:51: Tatsächlich hatte ich ein Drehbuch zusammen mit einem Autor verfasst und hatte einen Produzenten gefunden, der sagt wow tolle Geschichte.

01:03:01: Das produziere ich das verfilmen wir da bekomme ich die Finanzierungen gestemmt.

01:03:05: das kriege ich hin.

01:03:06: und dieser Produzent war Werner König Der inzwischen...

01:03:11: Ach so der war ja nicht mehr Teil

01:03:13: unserer Firma.

01:03:15: Aber du hast doch auf der einen Seite diese wahnsinnig gutgehende Firma, die jetzt sogar an die Börse gehen will.

01:03:23: Ich meine da wäre ja eventuell noch mehr Geld verdient drin gewesen.

01:03:27: das eine hätte doch nicht unbedingt dass andere ausschließen müssen.

01:03:31: also da erkläre das nochmal ein bisschen.

01:03:37: Natürlich habe ich für einen kurzen Moment gedacht, boah!

01:03:39: Ich kann auch jetzt hier diese Firma halten und meine Beteiligung an der Firma.

01:03:44: Und den Spielfilm machen usw.

01:03:46: Und dann in der Realität sah das aber anders aus.

01:03:51: Dann haben die, die den Börsengang für uns gemacht haben – die Banker und Manager mir ganz klipungklage sagt also... Wenn ich als Mitgesellschaft seit der MME mit an die Börse jetzt gehe, dann muss ich hundert Prozent für unser Kerngeschäft.

01:04:10: Das heißt Musikfernsehen und all das was wir da machten zu dem Zeitpunkt auch da sein.

01:04:15: Weil ich kann nicht sagen ja tschüss!

01:04:17: Ich bin erst mal für ein Jahr weg weil ich mache da so einen Spielfilm?

01:04:20: oder sagen die Aktionäre ey was macht er da?

01:04:23: Nein also da wurde mir erstmal bewusst was das eigentlich bedeutet Und da habe ich, ich will nicht sagen kalte Füße bekommen.

01:04:30: Aber zumindest die klare Erkenntnis bekommen entweder oder.

01:04:37: Entweder mache ich jetzt mit dem wahrscheinlich lukrativen Geschäft dieses Börsengangs und so weiter weiter.

01:04:42: aber dann kann ich mein Traum vom Filme machen endgültig beerdigen weil zu dem Zeitpunkt, dass man nicht vergessen war, ich Mitte dreißig etwa ne?

01:04:55: Also, in welchem Alter soll ich denn dann meinen ersten Film machen?

01:05:01: Entweder jetzt oder nie.

01:05:02: Und hab auch ganz offen viel Geld verzichtet mit meinem Ausstieg.

01:05:09: Weil mir das Filme machen einfach wichtiger war.

01:05:12: Jetzt kam ja dieser erste Spielfell eine Krimikomödie der Tote Taucher im Wald ... Und du selbst hast auf fast vierhunderttausend Euro reingesteckt, dann natürlich noch deinen Partner König und vielleicht auch andere.

01:05:28: Und neunundneinzig begannen die Dreharbeiten.

01:05:30: Zwei tausend Kamer in den Kinos war aber leider nicht erfolgreich.

01:05:35: Aber du hast wenigstens so einen Kamerapreis dafür bekommen – und ganz wichtig!

01:05:40: Du hattest den Fuß in der ... Kinotüre, wie man so schön sagt.

01:05:46: Diese zwei Jahre der Entwicklung und der Realisation deines ersten Spielfilms, also ... Achtundneunzig bis zweitausend waren ja auch die Jahre der Verletzung, der Scheidung des Verkaufs deiner Firmanteile, der Umzug von München nach Berlin weil du einer neuen Liebe begegnet bist.

01:06:11: Also Irgendwie eine intensive Lebensphase voller Schmerzhafter, aber auch sehr glücklicher Wandlungen.

01:06:20: Machtet denn rückblickend dann doch alles Sinn?

01:06:24: Ja irgendwie ja.

01:06:25: und also ich bin ehrlich gesagt über diese Zäsur die sich zur Jahrtausendwende in etwa für mich ergeben hat im Nachhinein total glücklich weil Auch der Umzug nach Berlin, das war noch mal wirklich dann auch so eine Horizont-Erweiterung.

01:06:42: So sehr ich München und natürlich auch den Tegern sie immer geliebt habe, war für mich Berlin eben mit einer neuen Frau und diesen neuen Herausforderungen genau das Richtige.

01:06:57: also ich bin wirklich da froh, dass ich da auch nicht sozusagen eingeknickt bin oder gesagt, ach nee das bleibt doch zu riskant.

01:07:08: Sondern dass ich gesagt habe ne jetzt Schlussstrich hinter ganz viel eben die erste Ehe hinter meine Beteiligung an dieser Firma aber auch Musikvideos und so Musikfernsehen zu machen.

01:07:20: weil das hab' ich dann auch klipp und klar gesagt wenn ich Spielfilme mache war's das mit MusikvIDEOS und Musiksendungen.

01:07:29: Beides machen, das ist unglaubwürdig.

01:07:31: Ich kann da nicht irgendwie so mit sieben Bellen gleichzeitig jonglieren.

01:07:35: Da fallen ja alle Bälle runter, das mache ich nicht und es war auch die richtige Entscheidung.

01:07:39: Und so gesehen im Nachhinein bin ich über diese Zäsur sehr froh.

01:07:44: Und nach deinem Spielfilm-Debüt sichertest du dir die Rechte an der Verfilmung der Comicfiguren eine Knatterton?

01:07:54: Und der Filmproduzent Bernd Eichinger, der inzwischen verstorben ist war sehr interessiert die Rechte zu übernehmen und auch das alles zu verfilmen.

01:08:03: Du solltest dann eigentlich nur noch so der Co-Produzent sein und Creative Director dein Freund und ehemaliger Partner.

01:08:11: eben dieser Werner König erfuhr das dann und war natürlich super eifersüchtig.

01:08:17: wahrscheinlich haben sie sich ein bisschen gemessen Stinke Sauer, wie konntest du mit dem so ungefähr nur reden?

01:08:23: Und hast dann ein bisschen Druck von denen bekommen.

01:08:27: und der hat dann gesagt ne, nee, nee.

01:08:30: Jetzt tust Du mir diese Rechte verkaufen!

01:08:32: Das hast Du denn auch gemacht.

01:08:34: Und in den Jahr zwei Tausend Eins wurde mit einem Budget von sieben Millionen Euro dann dieser Dreh begonnen.

01:08:41: Es war auch nie so der Gedanke, dass du da selbst Regie führst.

01:08:46: Du hast gesagt, da muss schon jemand anderes ran.

01:08:50: Das war nicht ganz dein Genre und Werner König hatte eine Idee mit einem Regisseur aus Österreich gehabt.

01:08:59: Naja, also um's kurz zu sagen.

01:09:02: Das wurde dann nach der ersten Sichtung, den ersten Drehtagen ein Disaster.

01:09:07: Es war alles nur ganz grauslich und schlecht.

01:09:10: Ihr wusstet genau so geht es nicht weiter.

01:09:12: Der wurde dann auch abserviert.

01:09:15: Er wurde entlassen.

01:09:16: Und dieser Werner König, der war anscheinend so'n Macher hat dann irgendwie gesagt ...

01:09:22: Du

01:09:22: machst das jetzt!

01:09:24: So war das eigentlich gar nicht so schlecht.

01:09:27: Du hast dich bemüht Und ja, dann war der Frau Haast-Fertig auch der Film.

01:09:34: Es sollte nur noch in die Tonmischung und so digitale Effekte gehen.

01:09:38: Das schien alles ein bisschen auf einen guten Weg zu sein.

01:09:42: Dann fuhr dieser Werner König zum Skifahren nach Verbier und kam ein paar einer Tiefschneeabfahrt, die er mit einem Bergführer machte, in eine Lawine ums Leben.

01:09:54: Fünf Jahre zuvor war er auch schon mal in eine Lawine geraten, konnte aber noch rechtzeitig gefunden und ausgegraben werden.

01:10:04: Ja was wurde denn jetzt aus seiner Firma?

01:10:07: Und aus dem Film?

01:10:10: oder ging das dann noch schön easy weiter?

01:10:15: Ja also man zu dem Zeitpunkt dachte man oh man hat jetzt schon ne Menge erlebt.

01:10:20: aber was dann passiert ist hatte ich auch nicht erlebt bis zu diesem Zeitpunkt natürlich und auch nicht die Dimension, was dann passierte irgendwie auf dem Zettel.

01:10:33: Ja also der Tod von Werner war dann ja sagst du mal so der zweite Mensch, der mir sehr nah war durch einen dramatischen unfallende Bergen ums Leben gekommen war.

01:10:49: Und Wernerstod hat abgesehen, dass ich da auch einen Freund verloren habe.

01:10:57: Beruflich dann echt eine harte Kerbe, sag' ich mal geschlagen... Weil Werners Firma war sehr stark an seiner Person gebunden.

01:11:13: Er hatte zwar ein Firmenpartner und so weiter aber ... Das war schon auch irgendwie über seine Schillernde Persönlichkeit.

01:11:25: Die waren zu dem Zeitpunkt eine AG, also auch an der Börse und das Ganze ist an einem Sonntag passiert – dieses Lawinenumglück!

01:11:37: Und am Montagmorgen um halb zehn war die Aktie der Firma Helcon, das war seine Firma um vierzig Prozent eingebrochen.

01:11:47: Also die Meldung seines Todes hat die Aktien quasi auf totale Talfahrt geschickt.

01:11:53: Die Firma war auf einmal nur noch ein Bruchteil wert also ganz dramatisch und das hat natürlich dann diesen Film den wir ja doch noch irgendwie gerade dabei war, den zu Ende zu bringen in die Knatterton.

01:12:11: Hat das natürlich mit in die Tiefe gezogen und das Ganze endete tatsächlich auch an der Insolvenz der Firma?

01:12:21: Und so landete dieser Knattertons Film auch in der Insolenzmasse und wurde dann deswegen auch nie veröffentlicht!

01:12:31: Und das blieb natürlich irgendwie so ein bisschen auch an mir hängen.

01:12:34: Auf einmal hieß es, ja Rosemiller hat einen Film gemacht der nicht veröffentlicht wird Ja, so nach dem Motto her.

01:12:41: Beim ersten Film ist noch alles ganz gut gegangen und beim zweiten so irgendwie... Also auch wenn ich sage heute wirklich nichts dafür konnte was da passiert ist waren die Komponenten dass ich diese Regie kurzfristig dann doch übernommen hatte bei einem Filmthema wo ich jetzt mich nicht so hundertprozentig als Regisseur selber gesehen hatte plus der Tod von Werner haben einfach dieses Projekt letztendlich dann beerdigt.

01:13:14: Und im Nachhinein war das für mich persönlich, dass ich mich dazu habe überreden lassen da diese Regie zu übernehmen nach dem Werner den vorhergehenden Regisseur gefeuert hatte.

01:13:27: Das war eigentlich die größte Fehlentscheidung, die ich beruflich in meinem Leben gemacht habe.

01:13:35: Das hätte ich nicht tun sollen!

01:13:36: Ich hätte da eigentlich auf meine Intuition vertrauen sollen zu sagen, du kannst nicht einen Film der schon so schlecht angelaufen war.

01:13:47: Zu glauben dass man den noch retten kann.

01:13:50: und das war... Da habe ich selber glaube ich meine Fähigkeit zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich auch ein bisschen überschätzt.

01:13:58: Und dann kam natürlich dieser dieses dramatische Lawinen-Unglück auch noch dazu.

01:14:05: Und ja, danach ist man immer schlauer.

01:14:10: Aber das war tatsächlich eigentlich die größte berufliche Niederlage, die ich hatte.

01:14:14: Und ging es dann gleich dennoch?

01:14:17: Also auch wenn die Leute vielleicht so ein bisschen gesagt haben naja, weil da hat er so ein bissel schlechte Energie und da gehen die Filme irgendwie nicht.

01:14:25: aber hast du dennoch irgendwie Anschluss finden können?

01:14:29: Also wie ging es dann weiter?

01:14:31: oder hast du weinen in deinem Zimmer gesessen?

01:14:34: Nein, das bin ich nicht.

01:14:37: Das musste natürlich weitergehen und tatsächlich war's so dass durch den Totentauch im Wald der zwar jetzt in Kino nicht sehr riesen Erfolg war.

01:14:45: aber er hatte so eine Aufmerksamkeit in der Branche dann doch irgendwie hervorgebrachten Deutschland weil da doch so von der ganzen Stilistik bis neu war, ein bisschen anders war.

01:14:57: Und einer meiner Hauptdarsteller aus dem toten Taucher Dieter Pfaff, der leider inzwischen auch verstorben ist, machen wir einen tollen Schauspieler... Der war sehr angetan von der Zusammenarbeit und er hat mir dann die Tür zum ZDF geöffnet.

01:15:14: Er hat dann gesagt, Mensch du musst unbedingt mal bei einem ZDL Film Regie machen.

01:15:18: Ich hatte zu dem Zeitpunkt so eine sehr erfolgreiche Reihe als Kommissar Sperling Und er sagt da, ich werd vorschlagen, dass du der Regie machst.

01:15:29: Jetzt nicht irgendwie wegen dieses Knatterton-Ding nach dem Motto ... Oh ja, gestern muss man den Markus was Gutes tun oder so, denn so nicht!

01:15:37: Sondern das war wirklich aus der Zusammenarbeit vom toten Taucher entstanden.

01:15:43: Du hast ja Talent gesehen?

01:15:44: Ja,

01:15:44: er hat gesagt hey mit dir kann man toll zusammenarbeiten und ich schlag dich davor.

01:15:49: Dann tatsächlich kam es zum Termin beim ZDF.

01:15:52: Die waren am Anfang so ein bisschen misstrauisch.

01:15:54: Das ist doch der, der eigentlich immer nur Musikvideos gemacht hat.

01:15:58: und dieser tote Tauch im Wald.

01:16:00: So einen Film können sie aber beim ZDF nicht machen!

01:16:02: Ich wurde dann auch noch erst mal ein bisschen gemahrsregelt, dass ich jetzt dem Film bitte nicht zu verrückt und zu modern machen soll fürs gute alte ZDf.

01:16:14: Aber ich sag nein, ich bleib da schon in der Welt wie das ZD f des gewohnt ist hab dann tatsächlich auch drei Sperling-Filme gedreht, die dann gleich der erste wurde.

01:16:28: Der erfolgreichste Sperling, der dann also quotenmäßig... Und damit hatte ich mich eigentlich ins deutsche Fernsehgeschäft was Spielfilmer angeht ganz gut rein manifriert.

01:16:42: Ja du hast ja glaube ich bis heute vierzig TV-Sendungen gemacht oder Serien, was sagt

01:16:49: man dazu?

01:16:50: Filme rein.

01:16:51: Einzelfilme also ganz unterschiedlich.

01:16:54: habe ich mich dann eigentlich da so ganz gut etabliert?

01:16:57: ja.

01:17:00: Also so ungefähr drei Jahre nachdem du diese neue Liebe in Berlin gefunden hast einen Frau namens Bo die dann eine Casting Agentur betrieb Wie hast du dann geheiratet?

01:17:12: Also, du hast das zweite Mal gefragt, dass zu tun.

01:17:16: Die ist mal vielleicht nicht ganz so üppig.

01:17:19: Ich weiß nicht wer da gesungen

01:17:20: hat bei der Hochzeit.

01:17:22: Wir sind beide alleine Bo und ich.

01:17:25: Bo ist die Abkürzung von Borjana, seinen bulgarischen Name.

01:17:31: Bo und mich sind auf die Insel Grenada geflogen haben dort alleine am Strand geheiraten.

01:17:38: Sie ist, glaube ich, aber in Deutschland aufgewachsen.

01:17:40: Ja?

01:17:41: Und im Jahr einen Jahr nach der Hochzeit kam euer Sohn Henry auf die Welt.

01:17:47: Ihr habt also wie gesagt gemeinsam in Berlin gelebt.

01:17:51: Aber auch

01:17:52: hier, zwar erst vierzehn Jahre später hat sie dich verlassen und ein Anderem geheiratet.

01:17:58: Ihr seid aber immer noch sehr gute Freunde.

01:18:02: Danach warst du dann einmal fünf Jahre mit einer Frau in Prag zusammen, bist für sie auch immer so ein bisschen gependelt.

01:18:09: Aber auch sie hat die Beziehung

01:18:13: beendet.".

01:18:15: Warum meinst du eigentlich verlassen dich die Frauen über früher oder später?

01:18:20: Ja, sollte ich mir langsam mal Gedanken drüber machen warum das so ist.

01:18:24: Also es gab schon auch Beziehungen wo ich verlassen habe.

01:18:28: also jetzt nicht so dass immer nur die frauen mich verlassen ja.

01:18:35: aber also Das will ich auch noch mal ganz klar sagen, als die Beziehung zwischen Bohnen mir zu Ende ging und unsere Ehe.

01:18:45: Das Ganze war sehr fair auf Augenhöhe und wir schätzen uns bis heute und sind wirklich gut befreundet.

01:18:54: Es war uns extrem wichtig was unseren Sohn betrifft und dass das harmonisch und anständig abläuft.

01:19:02: So ein bisschen hab ich da natürlich an die Zeit gedacht, wie das meine Mutter und mein Vater mit mir gemacht haben.

01:19:10: Und das haben wir Gott sei Dank auch.

01:19:13: Da bin ich der Bo bis heute echt dankbar.

01:19:17: Wie anständig und fair wir da auch im Hinblick auf Henry miteinander umgegangen sind.

01:19:26: Aber warum dann doch Frauen irgendwie sagen ... Das liegt... muss es einfach so, ich hoffe das ist der Hauptgrund.

01:19:35: Ich weiß nicht,

01:19:35: dass dich jetzt nichts an der Lüse drängt!

01:19:37: Nein, nein, das ist alles gut.

01:19:38: Ich hoffe, dass es tatsächlich... wirklich der Beruf ist und nicht nur dass es dann doch irgendwie mein Charakter ist.

01:19:46: Nein, also tatsächlich ist es wirklich schwierig bei dem Beruf den ich habe ein sage ich jetzt mal normales Beziehungen eine normale Beziehung einen normalen Lebensrhythmus da irgendwie gemeinsam zu verbringen.

01:20:06: das ist einfach schwierig.

01:20:08: Ich muss allerdings auch dazu sagen, ich bin nicht der Typ für einen Nine-to-five Job.

01:20:16: War ich noch nie und brauche immer die neue Herausforderung usw.

01:20:23: Das ist dann oft auf die lange Zeit für eine Partnerin zu anstrengend.

01:20:31: Ich glaube gar nicht, dass es anstrendend ist als

01:20:34: Frau.

01:20:34: Ja, sag mal ruhig!

01:20:35: Ich

01:20:35: glaube das ist die Aufmerksamkeit.

01:20:38: Ich glaube, wir wünschen uns eben eine gewisse Zuwendung und Aufmerksamkeit.

01:20:44: Und wenn ... Wir meinen das die jetzt nicht mehr so ganz da ist weil es geht ja auch oft nicht dass der Mann dann die Aufmerksamkeit zu hundert Prozent in seinem Job haben kann und gleichzeitig hatte aber auch noch Zeit irgendwelche sehr romantischen Liebesessen zu schreiben und irgendwie mit Blumen nach Hause zu kommen, als ich übertreibe jetzt ein bisschen.

01:21:07: Aber ich glaube es ist wirklich dieses dass man sich vielleicht irgendwann nicht mehr gesehen fühlt.

01:21:14: Und das ist ja nicht nur was wo man sich dann vielleicht in sein Handy so einen kleinen Merker reinmacht.

01:21:21: Ich muss mal wieder meiner Frau sagen wie dass ich sie liebe sondern ich glaube Gesamtenergie oder so ein Gesamtgefühl, wo man ja nicht auf den Knopf drücken kann.

01:21:35: Und ich würde fast sagen vielleicht ist das auch schwer zwei gleichwertige Leidenschaften

01:21:42: zu haben?

01:21:43: Also mein Mann ist ja wie gesagt extrem kletterer und abenteurer und ich akzeptiere und weiß dass ich, glaube ich nach seinen Drillingen also seinen Kindern an dritter Stelle komme.

01:21:59: Das klingt jetzt so ein bisschen blöd aber da ist sicherlich erstmal sein Berge seine Wände seine Abenteuer und dann kommen natürlich die Kinder und dann komme ich!

01:22:12: Ich kann mich aber ganz gut damit... weil er ist sehr aufmerksam macht mir immer die Autotüre auf schreibt mir auch jeden Tag eine WhatsApp wie sehr er mich liebt.

01:22:22: Trotzdem, man muss ein Stück weit auch tolerieren, dass es da noch eine andere Leidenschaft gibt.

01:22:30: Ich tröste mich immer damit.

01:22:31: ich sage besser die Berge als ne andere Frau.

01:22:36: Vielleicht hab' ich tatsächlich auch nicht die Partnerin gefunden, die genau das so akzeptiert?

01:22:43: Das natürlich ja!

01:22:45: Natürlich hast du recht... Der Film und alles, was damit zusammenhängt.

01:22:49: Natürlich eine große Leidenschaft ist, wo ich natürlich immer gesagt habe, Film ist das eine aber du bist ein Mensch.

01:22:57: also bitte nicht vergleichen und bitte nicht die Rangfolge!

01:23:02: Aber es gelingt nicht jeder Frau.

01:23:06: Und vielleicht habe ich auch manchmal ein bisschen zu wenig dafür getan, das liegt ja immer dann an beiden.

01:23:17: Noch mal zurück zu deiner Leidenschaft für den Spielfilm!

01:23:21: Du hast natürlich weitergemacht mit Spielfilmen und zuletzt war im Kino dein wundervoller Film, also ich finde ihn wundervoll Mündter und Kandinsky?

01:23:32: der das Zusammenleben des Künstler-Ehepares Gabriele Münter und Wassily Kandinsky von oneinzehntens bis neunzehntensechzehn schildert.

01:23:42: Und zwanzig, vierundzwanzig Premiere hatte.

01:23:44: produziert haben es Alice Brauna und Michael Zechbauer.

01:23:49: Welcher deiner Spielfilme war denn dein Liebster?

01:23:55: Also welcher hat dich denn am meisten geprägt, am meisten verändert und welcher so richtig dein Herz erobert?

01:24:05: Ja gar nicht so einfach das zu beantworten.

01:24:08: Weil tatsächlich jeden Film den ich anfangen ist natürlich auch ein tolles Privileg weil man fängt immer wieder bei null an.

01:24:16: ja also es gibt da beim Filme machen Überhaupt keine, sag ich mal so eine Routine.

01:24:25: Sondern man fängt wirklich wieder ganz von vorn an.

01:24:28: So gesehen liebe ich irgendwie dann doch jeden Film.

01:24:32: Irgendwie anders.

01:24:33: Jeder Film hat seine eigenen Herausforderungen und seine eigenen Besonderheiten.

01:24:38: Aber natürlich gibt es trotzdem Filme wo ich sage dass die waren tatsächlich dann irgendwie besonders und haben mich besonders geprägt.

01:24:46: Und tatsächlich würde ich sagen, so sehr ich es wirklich mag fürs Fernsehen zu arbeiten und Filme fürs Fernsehens zu machen weil man natürlich dann auch ein Millionenpublikum erreicht.

01:24:56: So ist natürlich auch irgendwie immer wieder schön.

01:25:00: aber Film fürs Kino zu machen ist noch mal eine ganz andere Herausforderung.

01:25:06: Tatsächlich würde ich dadurch sagen die Filme die mich dann doch besonders geprägt haben zu einem besonderen Zeitpunkt immer entstanden sind, waren die bis jetzt vier Kinofilme, die ich gemacht habe.

01:25:23: Eben ganz am Anfang der Tote Tauch im Wald dann Wunderkinder.

01:25:28: um zwei tausend elf herum glaube ich war es Wunder Kinder.

01:25:32: das war auch meine erste Zusammenarbeit mit Alice Brauner Und dann eben Münter und Kandinsky.

01:25:39: Bei Münter & Kandinski bin ich wirklich für ein Jahr in diese Welt getaucht, ja?

01:25:44: In die Welt von Künstlern, Malerei auf die Spuren zu gehen, wo diese beiden großen Künstler Gabriele Münter- und Vasili Kandinski sich bewegt haben.

01:25:57: Wirklich an denen... Stellen zu stehen, an dem sie vor hundert Jahren große Meisterwerke der Kunst gemalt haben.

01:26:05: Das ist besonders!

01:26:06: Das ist wirklich besonders.

01:26:09: und den vierten Film, vierten Kinofilmen die ich jetzt gerade abgedreht habe und eine gerade Fertigstelle ist auf ne ganz andere Weise eben auch was ganz ganz besonderes.

01:26:24: Und diese Filme würde ich schon sagen.

01:26:25: Wie heißt

01:26:26: der?

01:26:26: Darf man das schon wissen?

01:26:27: Ja, das darf man schon wissen.

01:26:28: Der Film heißt Blockzehn.

01:26:30: Das ist ein historischer Film und es ist tatsächlich die erste Film in der ich mache, der das Thema Auschwitz behandelt und eben eine Geschichte erzählt, die im Blockzehnen in Auschwiz passiert ist bei dem deutsche Ärzte an... jüdischen Frauen medizinische Experimente durchgeführt haben, um das jüdische Volk unfruchtbar zu machen.

01:26:57: Das ist der sehr schwerste und auch anspruchsvollste Film, den ich gemacht habe, der mir am meisten mentale Kraft von mir abverlangt hat aber auch dadurch natürlich für mich ein ganz besonderes Projekt ist.

01:27:13: Wann kommt er in die Kinos?

01:27:15: Der kommt am zwanzigsten Oktober.

01:27:19: Ja, also bis dahin ist der Podcast auch erschienen.

01:27:22: Und die Menschen können sich das in ihren Kalenderschreiben und hoffentlich dann auch ins Kino gehen.

01:27:30: Es gibt ja noch einen anderen deutschen Regisseur, der genauso heißt wie du, also auch Markus Rosenmüller.

01:27:36: seine Filme Pumuckel und Extrawurst laufen gerade sehr erfolgreich in den Kinos.

01:27:42: damit ihr nicht immer verwechselt werdet habt ihr euch vor Jahren darauf geeinigt zwischen dem vor und dem Nachnamen einfach noch so ein Buchstaben reinzusetzen.

01:27:53: Bei dir ist es das O, bei ihm ist das H. Haben denn diese Buchstabende Bedeutung oder habt ihr die ungefähr in der Kneipe um die Ecke euch ausgedacht?

01:28:04: Nein, nein!

01:28:04: Die haben schon eine Bedeitung.

01:28:07: Wir haben uns da tatsächlich abgestimmt nachdem wir uns klar waren dass wir den gleichen Namen haben auch Markus beide mit C also selbst die Unterscheidungen gelben Gibt es nicht, dass der einen vielleicht mit C und der andere mit K oder so?

01:28:22: Und beide den gleichen Beruf haben.

01:28:24: Also musste man ja irgendwas machen.

01:28:27: Bei mir war's dann einfach weil ich heiß Markus.

01:28:30: Otto war der Name meines Großvaters, der ertrunken ist im Zweiten Weltkrieg.

01:28:37: Deswegen war für mich einfach O-Punkt für Otto beim Markus was... Nicht so einfach, weil er keinen zweiten Vornamen hat.

01:28:48: Aber eng verbunden ist – ich glaube auch aufgewachsen ist in der Ortschaft Hausam am Schliersee und er hat das Haar für Hausam als Initiale dazwischen gesetzt.

01:29:01: und so haben wir es dann

01:29:03: gemacht.".

01:29:04: Ja, wahrscheinlich gibt es immer noch viele Menschen die euch dann dennoch irgendwie in einen Topf stecken sozusagen.

01:29:13: In der Filmbranche hat sich schon einigermaßen rumgesprochen aber es gibt immer wieder skurrile Ereignisse wo es auch selbst so Sachen wie Markus Habt zum Beispiel mal im Restaurant einen Tisch reserviert hatte also nach Berlin mal gekommen ist und ich zufällig in gleichen Restaurants auch ein Tisch reserviert hatte, den ich aber storniert habe weil ich dann doch woanders hingeben wollte.

01:29:41: Ich hab da angerufen und gesagt bitte meinen Tisch stornieren.

01:29:46: Ja, der Name Rosenmüller Markus.

01:29:48: Ah ja, hab' ich hier!

01:29:49: Und dann wurde Rosenmüllermarkus gestrichen.

01:29:51: Also gleich zweimal sozusagen.

01:29:53: Das haben die gar nicht gemerkt, dass das zweimal ... Und haben sozusagen diese Buchung rausgenommen.

01:29:58: und ich war ja dann woanders und Markus Haar kam in das Restaurant und sagten, nein, das ist storniert worden.

01:30:06: Sie haben doch so.

01:30:09: was kann dann schon auch mal passieren?

01:30:12: Ich gehe jetzt am Ende unseres Gesprächs noch einmal zurück zu deiner Mutter.

01:30:17: als sie siebzig wurde Und noch als Reiseorganisatorin arbeitete, bekam sie wie schon deine Großmutter erste Depressionen.

01:30:26: Die sie so mit den Medikamenten und Therapien noch ein bisschen unterdrücken konnte.

01:30:31: Litt aber sehr darunter unter dieser Krankheit.

01:30:34: Das belastete sie auch.

01:30:37: Mit Fünfundsiebzig heute sie deshalb aufzuarbeiten.

01:30:41: Mit Siebenundsibzig wurde sie von Tag zu Tag vergesslicher immer depressiver Und zwei Jahre später mit Achtzig konnte sie aufgrund ihrer schweren Demenz und den schweren Depression nicht mehr hier alleine am Tegernsee leben.

01:30:58: Somit hast du sie zu dir nach Berlin geholt, dort in eine Pflegeeinrichtung gegeben?

01:31:04: Sie hatte inzwischen Fliegegrad fünf, konnte keine Gabel mehr halten, nicht mehr laufen, nur noch im Bett liegen ... Mit zweiundachtzig ist sie dann ... war ihr Tod letztendlich dann auch eine Erleichterung für dich?

01:31:28: Ja, für meine Mutter war es vor allem der Erlechterung als ich sie gehen durfte.

01:31:33: Also dadurch dass meine Mutter so ein unglaublich agiler und impulsiver Mensch war, war das für mich und mein Sohn ... Ganz schrecklich zu sehen, wie diese Frau, die so agil war auf einmal völlig hilflos war.

01:31:55: Und wenn – ich sage das ganz offen – meine Mutter da noch die Möglichkeit gehabt hätte selber zu bestimmen was sie jetzt zu mir gesagt hat, zieh den Stecker!

01:32:09: Das will ich

01:32:09: nicht.".

01:32:10: Also, so war sie dann auch.

01:32:11: Sie hätte dann Sterbe hinführt?

01:32:13: Meine Mutter hat gesagt, du fährst mich in die Schweiz und machst dir Schluss!

01:32:16: Das will ich nicht.

01:32:19: Aber das war natürlich überhaupt nicht das Thema weil sie aufgrund ihres Pflegegrats und ihrer geistigen Fähigkeiten keine eigene Entscheidung mehr treffen konnte und ich alles getan habe um sie gut und angemessen zu pflegen bzw.

01:32:35: pflegend zu lassen bei uns zu Hause haben können, weil sie war wirklich vierundzwanzig Stunden Pflegefall.

01:32:42: Ja als es dann zu Ende ging ist das natürlich schrecklich wenn man seine Mutter verliert.

01:32:48: was waren dann auch nochmal eine besondere Situation?

01:32:52: natürlich aber für Sie und für uns alle war's dann ein sagen ich mal trauriger Abschied Ein Abschied der Angesichts dieser Krankheit für sie tatsächlich die fast schon humanere Lösung war, muss man sagen.

01:33:10: Ja und Sie lebt ja wie wir gerade schön auch selbst erlebt haben in diesen ganzen ... Erinnerungen ja auch weiter.

01:33:20: Also es ist ja auch herrlich zu wissen, dass sie ein tolles Leben hatte also mit allen Höhen und Tiefen

01:33:26: dann absolut.

01:33:27: Und wir sind selber immer wieder erstaunt Auch in meinem Freundeskreis und so weiter wie oft wir über sie reden und Sie zitieren und dadurch ist sie immer noch sehr lebendig.

01:33:39: und

01:33:39: jetzt bist du Ja auch in diesem schönen Haus.

01:33:42: das ist von was hast Du gesagt?

01:33:44: Was du gerade sehr schön hier renoviert hast und wir auch gleich noch rausgehen, um ein schönes Foto davor zu machen.

01:33:54: Und da spürst du ja wahrscheinlich, auch wenn du das jetzt hier alles ein bisschen erneuert hast, dennoch ja auch ihre gute Energie?

01:34:03: Absolut!

01:34:04: Also es ist so als ob sie jetzt jeden Moment gleich aufs Grundstück einbiegt... Und meine Mutter wird immer für mich natürlich in meinem Herzen sein und auch hier in diesem Haus immer präsent sein.

01:34:18: Und ich bin auch sehr froh, dass ich mich entschlossen habe das Haus zu erhalten.

01:34:23: Was jetzt bei so einem alten Haus ja ganz schön viel Energie nach sich zieht.

01:34:28: Auch finanzielle Energie natürlich!

01:34:31: Aber irgendwie lohnt es sich dieses schöne Häuschen irgendwie zu erhalten?

01:34:37: Im gleichen Jahr wie deine Mutter verstarb auch dein Vater zwanzig-vierundzwanzig im Alter von fünfern achtzig Jahren an einer schweren Lungenkrankheit.

01:34:47: Mit fünfzig hatte er noch mal geheiratet, wurde aber dann auch leider ein Alkoholiker und auch einen schweren Kettenraucher.

01:34:56: Ich glaube das war er schon immer.

01:34:58: Und nach einem schweren Sturz war ja die letzten fünfzehn Lebensjahre ein trockener Alkuholiker.

01:35:09: Was hat denn diese Beziehung in In all diesen Jahren auch wiederum so ein bisschen mit dir gemacht?

01:35:18: und auch seinen Sterben.

01:35:21: Oder ist das dann dir nicht ganz so nahe gegangen, verständlicherweise wie das Gehen deiner Mutter?

01:35:29: Also wie war das für dich den Vater zu verlieren?

01:35:34: Es war anders ja aber interessant war tatsächlich die Zeitung der mein Vater... Echte Alkoholprobleme hatte, die zum Beispiel auch stark damit verbunden waren.

01:35:46: Da wurde es dann noch mal schlimmer als er zu arbeiten aufgehört hat und immer einmal langweilig war.

01:35:51: also der hatte irgendwie nach dem er in Rente gegangen war einfach saß er Zuhause rum und wusste mit seiner Zeit nichts anzufangen.

01:36:02: Er hatte zwar wie gesagt wieder geheiratet wirklich eine super nette und freundliche Personen, seine neue Frau dann kennengelernt.

01:36:16: Und eigentlich war alles dafür.

01:36:19: einen schönen und harmonischen Lebensabend sage ich jetzt mal.

01:36:23: aber er hat das mit dem Alkohol einfach muss man leider so traurig sagen nicht in den Griff bekommen.

01:36:31: Das war auch eine Zeit in der unsere Beziehung echt belastet war weil ich ihm gesagt habe Papa reden nicht mit dir, wenn du betrunken bist.

01:36:39: Ich möchte das

01:36:40: nicht.".

01:36:42: Das ist einfach schrecklich und ich möchte es nicht.

01:36:45: Dadurch hatten wir jahrelang relativ wenig Kontakt ... Und dann passierte eben, dass er schwer gestürzt war, Kopfverletzungen lang im Krankenhaus

01:36:58: usw.,

01:36:59: da haben ihm die Ärzte gesagt, also wenn sie jetzt weitermachen, dann war's das ja?

01:37:04: Da hat er aufgehört!

01:37:07: haben wir auch wieder mehr Kontakt gehabt.

01:37:09: Und dann veränderte sich aber unsere Beziehung, vorher war mein leiblicher Vater immer so einer der für mich bespaßte sag ich jetzt mal als Jugendlicher und so.

01:37:19: also wenn ich meinen Vater sage hat mein Vater immer alles getan damit es für mich schön ist ja weil wir uns sehr selten gesehen haben.

01:37:27: genau das hat sich genau umgedreht.

01:37:29: Ich bin dann zu meinem Vater gefahren.

01:37:31: Ich hab jetzt dann ein Programm gemacht.

01:37:33: Komm, lass uns das machen und lass uns jenes machen!

01:37:36: Wir fahren zusammen, machen mal einen Ausflug

01:37:39: usw.,

01:37:40: also ich habe dann quasi das bisschen auch zurückgegeben.

01:37:44: Und so war es eigentlich bis zum Ende, dass mein Vater eigentlich sehr geschätzt hat, dass ich wieder für ihn da sein kann.

01:37:54: Sein Tod war für mich... Ja, in der Tat ganz anders.

01:37:59: Aber trotzdem war es dann doch also ein größerer auch emotionaler Verlust als ich vorher dachte.

01:38:07: Obwohl mein Vater gar nicht so oft gesehen hat, fehlte er mir dann auf einmal doch.

01:38:11: und natürlich hab' ich auch dann gedacht Scheiße habe ich den selten in den letzten Jahren besucht usw.

01:38:18: Also wie gesagt dieses schlechtes Gewissen hatte.

01:38:20: aber so ein bisschen dachte Die habe ich meinen Vater nie kennengelernt und jetzt ist es vorbei.

01:38:28: Aber beide Eltern innerhalb von vier Monaten war das zu verlieren, war dann doch auch nochmal ein besonderer Lebensabschnitt.

01:38:39: Und was hat das Vater sein mit dir gemacht?

01:38:43: Welche Verbindung hast du heute zu deinem zwanzigjährigen Sohn?

01:38:48: Eine ganz tolle Vater-Sohnbeziehung.

01:38:52: Wir sind wirklich wie beste Freunde und ich muss sagen, dass mein Sohn auf die Welt gekommen ist und die jetzt zweiundzwanzig Jahre zählen für mich zum schönsten was ich in meinem Leben erlebt habe.

01:39:06: Sogar nicht Filme mache aber sozusagen zu sehen wie Henry zu einem jungen Mann herangewachsen ist und irgendwie echt Spaß macht, ein toller Freund- und Gesprächspartner.

01:39:20: Das ist ganz großartig!

01:39:22: Und ist er in deine Fußstapfen getreten?

01:39:23: Nein, ist er nicht.

01:39:25: Und das finde ich irgendwie eigentlich ganz cool.

01:39:27: weil also wir reden viel über Filme.

01:39:29: Wir gehen zusammen ins Kino und der guckt sich auch... Ach ja, der guckte sich japanische Stumpffilme an und so.

01:39:34: Also der hat wirklich... Der guckt jetzt nicht nur die Durchschnittsware an aber er hat schon seinen eigenen Weg gefunden.

01:39:42: Er studiert Gastro-Management und war auch jetzt schon ein Jahr in Rom, hat dort in der Gastronomie gearbeitet.

01:39:50: Und will noch in diesem Jahr seine erste eigene Bar eröffnen mit einem Geschäftspartner.

01:39:56: Die Gastronomie und alles was damit zu tun hat ist sein großes Ding!

01:40:01: Ich finde es ganz toll dass er so seine eigene Visionen hat und sein eigenes Ding gefunden hat.

01:40:10: Das gefällt mir sehr gut weil Natürlich wäre es auch schön gewesen, wenn er in meine Fuß stapfen.

01:40:16: Aber dann hätte man trotzdem immer so das Gefühl gehabt naja ich habe ihm dem Weg bereitet.

01:40:21: ne und dass was er jetzt macht ist wirklich sein Ding und alles das was er da schafft und vielleicht aber auch Dinge mit denen er vielleicht an auch mal irgendwie das gibt's im Leben nunmal auch Niederlagen einkassiert die hat er dann auch wirklich selber zu verantworten.

01:40:37: aber ich wünsche natürlich dass alles ganz toll wird.

01:40:39: Heißt er auch Rosenmüller mit Nachbarn?

01:40:41: Klar,

01:40:43: weiß man ja nie.

01:40:44: Und meine

01:40:44: Ex-Frau Bo hat auch noch den Namen Rosenmöller.

01:40:48: Er hat diesen Doppelnamen und sagt so, da darf ich Rosenmüllern behalten.

01:40:51: Das ist ein schöner Name!

01:40:53: Und er lebt in Berlin aber eigentlich nach wie vor.

01:40:56: Der Henry?

01:40:57: Ja, der ist jetzt in Berlin.

01:40:58: Wie gesagt, der war ein Jahr in Rom.

01:40:59: Jetzt studiert er in Berlin bis er mit seinem Studium durch ist Und wie gesagt parallel jetzt die erste eigene Gastronomie, was er vorhat.

01:41:13: Dann werden wir mal sehen ob er in Berlin bleibt oder dann nochmal andere Länder sich aufmacht?

01:41:21: Meine letzte Frage wäre du lebst ja hier am Tegernsee In dem Haus wo du deine Kindheit und deine Jugend verbracht hast.

01:41:30: macht es dich glücklich wieder in der alten Heimat zu sein?

01:41:36: Ja,

01:41:37: auf jeden Fall.

01:41:37: Also das ist irgendwie... also ob ich so ein Kreis schließe?

01:41:40: So ein bisschen weil ich auch merke dass ich hier echt nochmal ganz anders zur Ruhe komme und auch hier ganz toll arbeiten kann gerade wenn es ums Drehbuch schreiben geht.

01:41:51: Es ist natürlich wunderbar hier weil es tatsächlich ein ganz anderer Rhythmus ist als in Berlin Und der tut mir ganz gut Das merke ich auch.

01:42:02: Ich werde natürlich immer wieder in Berlin sein, so ganz die Großstadt aufgeben möchte ich dann auch nicht.

01:42:09: Aber hier jetzt den Lebensmittelpunkt zu haben ist für mich eigentlich eine konsequente... Weg, den ich jetzt gegangen bin und der macht mir sehr viel Spaß.

01:42:20: Jetzt

01:42:20: würdest du aber auch München nennen können?

01:42:22: Ist ein bisschen näher!

01:42:23: Na ja

01:42:23: gut... Aber

01:42:25: ist das keine Großstadt für dich?

01:42:27: Im Vergleich zu Berlin?

01:42:28: also ich mag München wirklich, aber im Vergleich zu berlin ist München dann doch... München ist halt ein bisschen enger so insgesamt von wie es gebaut ist.

01:42:39: Berlin ist ein bisschen großzügiger sagen wir's mal von der Architektur nicht von der Art.

01:42:48: Das Schöne ist ja hier am Tegernsee, ich bin in einer Stunde in München also eigentlich besser geht es doch nicht ne?

01:42:54: Also Tegersie, München und dann ab und zu Berlin, da kann man sich echt nicht beschweren.

01:43:00: Tegensee hat ja inzwischen vielleicht auch ein Kino mit etwas aktuelleren Filmen.

01:43:05: Ja das ist ausbaufähig

01:43:07: oder du eröffnest

01:43:09: es!

01:43:12: Ja lieber Markus, ich danke dir sehr für dieses schöne Gespräch.

01:43:15: Das freut mich übrigens immer besonders wenn ich einen Mann in meinem Podcast begrüßen darf denn meist bekomme ich von ihnen auf meine Anfrage eine Absage weil sie nicht über Privates sprechen wollen.

01:43:31: das respektiere ich natürlich aber ich genieße es dann doch umso mehr wenn ein man wie du auch mal so ein bisschen bereit ist, über seine Gefühle, seine Höhen und Tiefen und seine Erkenntnisse des Lebens zu sprechen.

01:43:47: Also nochmals Danke für deinen Vertrauen und deine Offenheit!

01:43:51: Ja ich danke dir.

01:43:52: das war ganz toll und es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich hatte auch wirklich das Vertrauen mit dir darüber zu reden.

01:43:58: und doch ganz toll was du da mit deinem Podcast so gestaltest dass weiterhin viel Erfolg und viel Glück dafür.

Über diesen Podcast

In ihrem Podcast widmet sich Tanja Valérien den großen Fragen, Zäsuren und Brüchen des Lebens.

Sie spricht mit spannenden Frauen und Männern zwischen 50 und 100 über deren Wandlungen, die Höhen und Tiefen, Triumphe und Niederlagen– und gerade deshalb mitten im Leben stehen: Desirée Nosbusch, Patricia Riekel, Judith Milberg, Margarita Broich und andere Frauen empfingen Tanja Valérien bei sich zuhause, darüber über ihre Gefühle, Erfahrungen und Gedanken zu sprechen und wie es sich anfühlt, wenn die fruchtbaren Jahre hinter einem liegen. Herausgekommen sind Unterhaltungen, die charmant und schonungslos, emphatisch und tröstlich, aber nie indiskret oder voyeuristisch sind. Intime Gespräche, bei denen man als Zuhörer das Gefühl hat, mit am Tisch zu sitzen, ohne zu stören. Was macht man mit seinem Leben, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Wie fühlt es sich an, nie welche bekommen zu haben? Wie wird man gelassen älter, wie verändern sich die Liebe und das Selbstwertgefühl, wie geht man mit dem Gefühl um, unsichtbar zu werden? Und wie schafft man es, das letzte Lebensdrittel zu genießen, sich schön und gebraucht zu fühlen, wenn der Körper erschlafft.

Mit den Männern, wie z.B. Rufus Beck spricht sie über Themen, die sonst gern unter den Tisch fallen oder – zu Unrecht – Frauen vorbehalten sind: Liebe, Schwäche, Unsicherheit, Angst, Kränkung, Einsamkeit. Themen, die berühren und inspirieren. Mit ihrer natürlichen Art schafft Tanja Valérien es, die Menschen in Gespräche zu verwickeln, die in die Tiefe gehen, Trost spenden, nachdenklich und vor allem: Freude machen.

Jeden Monat erscheint mindestens eine neue Folge ihrer Interviews auf Apple Podcast und Spotify.

Tanja Valérien-Glowacz, geb.26.02.1962, arbeitet nach einem Modedesign-Studium in New York lange als Stylistin und Moderedakteurin, bevor sie in München ihre eigene Kreativagentur für Werbung gründet und auch als Designerin tätig ist. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Extremsportler Stefan Glowacz, in einer Patchworkfamilie mit fünf Kindern in Oberbayern, und ist die Tochter des berühmten Sportmoderators Harry Valérien, der von 1963 bis 1988 263 mal das Aktuelle Sportstudio im ZDF moderierte.

von und mit Tanja Valérien

Abonnieren

Follow us